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Ludwigsluster Tageblatt

23. August 2017 | 21:45 Uhr

Ludwigslust : Feuerwehrverbände nun vereint

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gründungsversammlung der Ludwigsluster und Parchimer Kameraden in der Stadthalle/ Manfred Jedzik neuer Kreiswehrführer

Es ist vollbracht, die Fusion ist vollzogen, aber nun beginnt für alle Beteiligten erst die eigentliche Arbeit und der lange Prozess des Zusammenwachsens: Am Freitagabend hat sich in der Ludwigsluster Stadthalle, musikalisch umrahmt vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hagenow, der Kreisfeuerwehrverband des Landkreises Ludwigslust-Parchim mit rund 4000 Mitgliedern gebildet. 217 Delegierte von 241 möglichen (90,04 Prozent) haben in einer fünfstündigen Sitzung ihren Verband gegründet, den Verbandsvorsitzenden sowie seine drei Stellvertreter, sechs Beisitzer und die Rechnungsprüfer sowie die Delegierten für die Vollversammlung des Landesfeuerwehrverbandes im Oktober gewählt.

Als Kreiswehrführer des Großkreises erhielt Manfred Jedzik von der Freiwilligen Feuerwehr Leezen als einziger Bewerber für dieses Amt 138 Stimmen, 70 Kameraden stimmten dagegen. Jedzik ist 56 Jahre alt und seit 1966 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Als erster Stellvertreter wurde im zweiten Wahlgang der Zarrentiner Uwe Pulss mit 133 Stimmen gewählt. Rainer Auras aus Siggelkow war einziger Kandidat für die Funktion des 2. Stellvertreters und erhielt mit 182 Stimmen das Vertrauen.

Als 3. Stellvertreter kandidierte ebenfalls als einziger Kandidat Christian Porst von der Feuerwehr Ludwigslust, der 186 Stimmen erhielt. Er hatte zuvor seine Kandidatur für den 2. Stellvertreter zurückgezogen, Porst verzichtete freiwillig darauf. „Der Vorsitzende kommt vom ehemaligen Parchimer Verband, der 1. Stellvertreter aus dem ehemaligen Verband Ludwigslust. Da sollte der zweite Stellvertreter wieder aus dem alten Verband Parchim kommen“, begründete er seine Entscheidung gegenüber SVZ.

Die Gründung eines neuen Kreisfeuerwehrverbandes wurde nötig, weil nach der Gebietsreform und des Zusammenschlusses der beiden Landkreise Parchim und Ludwigslust auch die beiden bis jetzt existierenden Feuerwehrverbände zusammengehen sollten. Im Vorfeld hatte es zwischen beiden Verbänden Uneinigkeit zum Abstimmungsverhältnis gegeben. Während die Parchimer Parität, also gleichen Stimmenanteil aus beiden Altkreisen forderten, bestanden die Ludwigsluster darauf, dass jede Wehr mit einer Stimme vertreten ist. Zuletzt hatte sich Parchim aus den Verhandlungen zurückgezogen, zur Debatte stand also am Freitagabend der Satzungsentwurf der Ludwigsluster. Landrat Rolf Christiansen, der in den vergangenen Monaten immer wieder diese Neugründung einforderte, sah sich in der Pflicht, diese Versammlung einzuberufen. Gleichzeitig dankte er den beteiligten Verbänden für das Engagement bei den schwierigen Verhandlungen und würdigte den Einsatz des ehemaligen Landesbrandmeisters Rolf Schomann für seine Vermittlertätigkeit im Vorfeld der Fusionsberatungen.

Sich auf einen Verband zu einigen und gemeinsam neue Weg zu gehen, würde keineswegs reibungslos verlaufen - das wurde so auch am Freitagabend deutlich. So schlug Kamerad Bernd Buck aus Schwartow, Gemeindewehrführer von Boizenburg, vor, die Tagesordnung zu ändern, und die Beschlussfassung zur neuen Satzung vor die Wahl des Verbandsvorsitzenden zu setzen. Auch Plauer Kameraden schlossen sich der Forderung der Boizenburger an, fanden aber nicht die ausreichende Mehrheit. Auch gab es Diskussionen darum, dass in der neuen Satzung nicht nur der Sitz des Verbandes in Hagenow, sondern auch weitere Büros als Servicepunkte, so in Dargelütz, festgehalten werden. Auch dazu kam es nicht. Ebenso ging es um den in der Satzung festgehaltenen Punkt, dass der neue Verband auch weiterhin eine Feuerwehrtechnische Zentrale betreibt. Immer wieder war Kopfschütteln bei vielen Kameraden zu beobachten, die nicht nachvollziehen konnten, dass eine beschlossene und damit gültige Satzung eins um andere Mal aufgrund anderer Regularien nicht angewandt wurde.

Gegen Mitternacht waren dann alle Wahlvorgänge endlich abgeschlossen. Heiko Dübel, bislang Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Ludwigslust, ehrte zu vorgerückter Stunde die Ehrenmitglieder des ehemaligen Ludwigsluster Verbandes mit einem Präsent. Und an den 1. stellvertretenden Verbandsvorsitzenden Uwe Pulss gewandt: „Passt auf das Erbe unseres Verbandes auf, dass es durch Euch würdig weitergeführt wird.“

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erstellt am 27.Apr.2014 | 14:41 Uhr

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