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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 14:51 Uhr

Malliss : Feuerwehr entdeckt Hanfplantage

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beim Löscheinsatz in einem Mallisser Privathaus stoßen die Helfer auf illegale Farm mit 878 Pflanzen. Haftbefehl gegen 31-jährigen Besitzer

svz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Bei dem Anblick war auch Wehrführer Steffen Reinhold kurz sprachlos. Gegen 22 Uhr hatte er am Donnerstagabend mit seinen Kollegen in schwerer Montur und Atemschutz das unscheinbare Fachwerkhaus am Waldrand in Malliß betreten. „Rauchentwicklung aus dem Dach“, hieß es im Einsatzbefehl der Schweriner Leitstelle. Nachbarn hatten offenbar die Feuerwehr alarmiert. Der Bewohner war vermutlich zu dem Zeitpunkt gar nicht im Haus. Er sei zeitgleich mit den Feuerwehrleuten eingetroffen, habe ihnen das Haus geöffnet. Auf der Suche nach dem Brandherd standen die Männer dann plötzlich zwischen Folien und unter Wärmelampen, umgeben von bis zu zwei Meter hohen Hanfpflanzen. Vermutlich war hier auch wegen möglicher Überlastung der Stromleitungen der Brand ausgebrochen. Die von der Feuerwehr hinzugerufene Polizei entdeckte in der Aufzuchtanlage 878 Hanfpflanzen. Von „einer professionellen Cannabis-Indoor-Plantage mit Pflanzen in verschiedenen Wachstumsphasen zum Zwecke des gewinnbringenden Weiterverkaufs“, spricht die Schweriner Staatsanwaltschaft in ihrer Pressemitteilung. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnräume des Beschuldigten hatten die Polizeibeamten zudem zirka zwei Kilogramm bereits abgeerntetes Marihuana, zahlreiche Waffen, unter anderem eine Schreckschusspistole, ein Luftdruckgewehr und diverse Messer, sowie 1000 Euro Bargeld sichergestellt. Der 31-jährige Hausbewohner wurde noch am Abend abgeführt. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft gestern Haftbefehl „wegen des Verdachts des bewaffneten unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ beantragt.

Der Einsatz der Mallisser Wehr war am Abend zügig beendet. Die Arbeit der Schweriner Kripo dagegen nahm gestern den ganzen Tag in Anspruch. Laut Oberstaatsanwältin Claudia Lange sieht der Tatbestand des „unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge unter Führung von Waffen“ eine Freiheitsstrafe von nicht unter fünf Jahren vor.

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