dömitz : Festungsgeschichte auf alten Karten

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Museum bereitet 450. Jubiläum der Dömitzer Wehranlage im kommenden Jahr vor / Ausstellungen, Fachtagung und Broschüre geplant

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30. Juli 2014, 07:00 Uhr

Jürgen Scharnweber hütet einen wahren Schatz an Karten, Zeichnungen und Grafiken. Sie erzählen Geschichte, die Geschichte der Festung Dömitz. Im kommenden Jahr sollen die Dokumente nun zu besonderer Geltung kommen. Zum 450. Geburtstag der Festung will der Museumsleiter sie in einer oder sogar in zwei Ausstellungen präsentieren.

„Diese Bestandszeichnung zeigt die Festung nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1565“, erklärt der Museumsleiter und weist auf ein bräunlich gefärbtes Stück Papier. „Außerdem haben wir Baupläne und Bauzeichnungen sowie Bestandskarten, in denen das Ausmaß der Zerstörung nach Kriegen aufgenommen worden war.“ In dieser Hinsicht hat die Festung einiges erlebt.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) war die Festung Stützpunkt unterschiedlicher Parteien. Truppen von Tilly und Wallenstein, kaiserlicher Feldherr bzw. Oberbefehlshaber, und Oxenstierna, schwedischer Stratege, gehörten dazu. „Eine Grafik von 1653 zeigt den Turm mit ausgebranntem Dachstuhl“, so Jürgen Scharnweber. Im Jahr 1809 wurde in der Region im Rahmen der Befreiungskriege gegen Napoleon gekämpft. Die historischen Karten sind Kopien, die Originale liegen im Landeshauptarchiv in Schwerin.

Neuere Karten und Zeichnungen sind von der Denkmalpflege (aus den 1970er-Jahren) oder für die Sanierungsarbeiten in jüngster Vergangenheit angefertigt worden. Insgesamt umfasst der Fundus mehr als 50 Blätter. „Die können wir gar nicht alle in einer Ausstellung zeigen“, sagt Jürgen Scharnweber. Denkbar wäre deshalb eine thematische Teilung in die Zeit der militärischen Nutzung bis etwa 1902 und die Zeit der zivilen Nutzung, etwa für das Großherzogliche Amt, für Wohnungen oder seit 1953 mehr und mehr als Museum.

Die Karten-Ausstellungen sind nur ein Teil der Pläne Scharnwebers für das Jubiläumsjahr. Unter dem Titel „Die Festung zwischen Kitsch und Kunst“ plant er eine weitere Schau mit Souvenirs, Stickbildern, Brieföffnern, Vasen und ähnlichem mit Festungsmotiven. Zudem soll im kommenden Jahr das siebente Heft der Schriftenreihe zur Sanierung der Festung vorliegen, die der Sanierungsträger GOS herausgibt. „Diesmal soll es um das System der Bastionen gehen“, so der Museumsleiter. Er hofft, dass bis dahin auch ein neuer Festungsführer vorliegt. Dazu steht er mit dem Berliner Verlag „Monumente und Menschen“ in Kontakt, der auf historische Stätten wie Festungen, Schlösser und Burgen spezialisiert ist. Höhepunkt des Jubiläums könnten die Tage der Landesgeschichte im Herbst sein, die mit entsprechenden Feierlichkeiten verbunden werden könnten.

Vielleicht ist bis dahin auch ein weiteres Projekt realisiert, das die Festung Dömitz noch bekannter macht. Im Rahmen der Initiative „Forte Cultura“ soll ein Reisepaket geschnürt werden, das Touristen von einer Elbfestung zur nächsten führt. Neben Dresden, Königstein, Magdeburg, Torgau und Cuxhaven ist auch Dömitz ein Ziel auf dieser speziellen Kulturroute. „Das Paket umfasst neben den Festungsbesuchen auch Übernachtungsmöglichkeiten, Transport und zusätzliche Programmpunkte“, so Jürgen Scharnweber. „Bei uns etwa die Eisenbahnbrücke mit Brückenhaus.“


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