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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 19:51 Uhr

Dömitz : Festung wird zur Opernbühne

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mehr als 700 Besucher beim Klassik Open Air von Mozarts Zauberflöte in Dömitz

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 07:00 Uhr

„Wird es regnen?“ Dirigent Richard Hein müsste sich nicht sorgen. Seine Musiker sitzen unter dicken Zeltplanen. Trotzdem fragt er nach der aktuellen Prognose. „Fürs Publikum wünsch ich mir gutes Wetter.“ Zwei Stunden noch bis zur Aufführung. Die letzten Stuhlreihen sind aufgestellt, die Streicher proben im Zelt, jemand von der Crew pflückt Brombeeren. Oben auf der Festungsmauer singt sich eine Solistin ein. „Wir bauen uns unser Theater jeden Tag neu“, sagt Michael Kmoch. „Hier gibt es keine Stimmzimmer. Jeder sucht sich seine Plätze selbst.“ Kmoch ist der Produzent der Opern-Tournee. Gestern zur gleichen Zeit stand er vor der Bühne an einem Gutshaus bei Hamburg, morgen wird er das Ensemble zum Historischen Markt in Werder begleiten. „Nicht unbedingt die Städte, sondern die Spielstätten reizen uns“, sagt Kmoch. Er wolle mit der Klassik-Tournee die Oper zu denen bringen, die nicht regelmäßig ins Theater gehen. „Open-Air-Kultur nimmt auch Schwellenängste und schafft ein Wir-Gefühl im Publikum“, sagt er.

Hunderte wollen an diesem Abend auf die Festung. Sie strömen mit Decken und Kissen über die Zugbrücke durch das Gewölbe auf die Wiese. Die Sonne am Nachmittag hatte für lange Schlangen an der Abendkasse gesorgt. „Auf die spontanen Dömitzer ist Verlass“, freut sich auch Museumsdirektor Jürgen Scharnweber. Bürgermeister Helmut Bode erhofft sich durch die Großveranstaltung einen „Image-Gewinn für die Stadt“. „Wer heute hier ist, schaut sich auch Dömitz an oder geht hier essen.“ So wie das Ehepaar Richter aus Rehna. Die beiden haben die Zeit vor der Oper für einen Stadtrundgang genutzt. „Wir sind Open-Air-Fans“, sagt Heike Richter. „Die Atmosphäre in dem schönen Ambiente ist wunderbar. Auch die Stimmung unter den Zuschauern “, sagt sie.

Als kurz vor Acht die Musiker ihre Plätze einnehmen, fallen erste Regentropfen. Die Zuschauer reagieren mit einem Lächeln. Sie stülpen Capes über, legen sich Foliendecken über die Beine. Open- Air-Publikum ist auf alles vorbereitet.

 

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