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Ludwigsluster Tageblatt

30. Mai 2017 | 03:27 Uhr

Dömitz : Festung im Licht und neue Pläne

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Förderkreis kämpft weiter für den Erhalt des Bauwerkes / Marina Möller: Festung benötigt aber Unterstützung von außen

Ungewöhnliche Bilder von der Festung Dömitz werden auf Speicherkarten und Smartphones nun in die Welt getragen. Entstanden sind sie am Tag der Städtebauförderung. Lichtkünstler Dietrich Burmeister (www.delightning.de) hatte die innere und äußere Toranlage, Sandsteinportal und die Festungsmauern des Zwingers zu den Flanken der Bastionen Cavalier und Held kunstvoll in verschiedenfarbiges Licht getaucht. „Die Überraschung war perfekt, als die Gäste in den bei Tageslicht stark von den Zeiten gezeichneten Tunnel kamen, der nun von einem wundersamen blauen Licht erfüllt war“, sagt Marina Möller, Vorsitzende des Förderkreises der Festung Dömitz. Der Verein, der derzeit rund 40 Mitglieder zählt, hatte mithilfe des treuhänderischen Sanierungsträgers GOS und der Stadt diese Veranstaltung auf die Beine gestellt. Was der Förderkreis unter seiner neuen Vorsitzenden noch vorhat, berichtet die 65-Jährige im SVZ-Interview.

Im Förderkreis sind Sie schon seit Jahren aktiv, in diesem Jahr haben Sie den Vorsitz übernommen. Ein vorgezeichneter Weg?

Eher nicht. Als der vorherige Vorsitzende aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand und wir zunächst keinen Nachfolger fanden, drohte der Förderkreis in Vergessenheit zu geraten. Das konnte ich mit Blick auf die Festung, der ich mich sehr verbunden fühle, nicht zulassen. So bin ich eingesprungen, bis wir einen neuen Vorsitzenden finden. Immerhin weiß ich ein tolles Team hinter mir.

Warum liegt Ihnen die Festung so am Herzen?

Das wurde mir wohl in die Wiege gelegt. Ich bin in Dömitz geboren und aufgewachsen. Unsere Familie hat sich immer für die Festung und für Fritz Reuter interessiert, dessen Geschichte ja auch eng mit der Festung verbunden ist. Das gilt auch für andere Persönlichkeiten der Geschichte wie etwa Wallenstein. Die Festung ist ein kulturhistorisch überaus wertvolles Bauwerk, die Bauleistung der Italiener hat mir immer imponiert. Eine aufgekronte Festung zur vorgefächerten Stadt, die noch in allen Quartieren erhalten ist – wo gibt es so etwas denn sonst noch. Und natürlich hatte ich durch meine Arbeit in der Dömitz-Info auch beruflich immer mit der Festung zu tun, die neben dem Hafen ja das ist, was Besucher in die Stadt zieht.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der Arbeit des Förderkreises?

Laut Satzung geht es uns darum, die Festung bekannter zu machen und die Sammlungs- und Forschungstätigkeit des Museums zu unterstützen. Auch an der Sanierung der Festung ist uns gelegen, eine Riesenaufgabe für die Stadt. Viel ist mithilfe von Fördermitteln schon realisiert worden, aber viel liegt auch noch vor uns. Die Festung benötigt Unterstützung von außen, um Bestand zu haben. Durch den ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Hacker vermittelt hatten wir gemeinsam mit dem Bürgermeister kürzlich ein konstruktives Gespräch mit dem Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, Dr. Michael Bednorz. Er signalisierte uns, dass die Stadt Mittel für Sanierung und Instandhaltung einwerben könnte. Als Förderkreis hoffen wir, dass es nicht zum Extremfall – einem Verkauf der Festung, wie es auch schon mal angesprochen wurde – kommt.

Was können Sie als Förderkreis tun?

Um Geld für unsere Arbeit zu sammeln, organisieren wir kulturelle und unterhaltsame Veranstaltungen rund um das Thema Festung. Dabei haben wir langjährige Unterstützung, unter anderem vom Heeresmusikkorps. In diesem Jahr kommt am 9. Juli das Landespolizeiorchester zu einem Benefizkonzert. Am 24. Juni spielt die Lulu Big Band. Und am 22. Juli versuchen wir wieder einmal etwas Neues. Geplant ist ein Sommernachtspicknick im Festungsinnenhof mit Lichtkunst und Live-Band. Mit den Veranstaltungen soll nicht nur Geld gesammelt, sondern auch dargestellt werden, welchen Wert die Festung hat – touristisch und kulturhistorisch. Und wir möchten etwas für ihre Außenwirkung tun. Mithilfe von Sponsoren wollen wir zum Beispiel Bild-Eintrittskarten bereitstellen, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Vielleicht muss man auch darüber sprechen, ob man die Öffnungszeiten stärker den Gewohnheiten der Menschen anpassen kann.

Vor uns liegen viele Aufgaben. Deshalb würden wir uns über weitere Mitglieder im Förderkreis freuen – ob fördernde Mitglieder oder Mitstreiter, die auch Ideen und Kraft einbringen können.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 21:00 Uhr

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