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Landkreis Ludwigslust-Parchim : Fest im frostigen Griff der Natur

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Der Winter hat den Landkreis Ludwigslust-Parchim fest im Griff. Minustemperaturen von bis zu 15 Grad Celsius lassen nicht nur den Atem gefrieren, sondern sorgen in fast allen Lebenssituationen für Ausnahmezustände.

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2012 | 08:45 Uhr

Ludwigslust | Der Winter hat den Landkreis Ludwigslust-Parchim fest im Griff. Minustemperaturen von bis zu 15 Grad Celsius lassen nicht nur den Atem gefrieren, sondern sorgen in fast allen Lebenssituationen für Ausnahmezustände. Wer nachts kein warmes Zuhause findet, der begibt sich dieser Tage in Lebensgefahr. Das gilt auch für alle, die es nicht lassen können, trotz öffentlicher Warnungen vermeintliche zugefrorene Eisflächen zu betreten.

Die Menschen in der Region sind fest im frostigen Griff der Natur. Gestern bekam es die Schifffahrt auf der Elbe zu spüren. Das Frachtschiff "Dettmar Tank 3" hatte in der Nacht zuvor mitten im Eisschollenmeer der Elbe in Höhe der einstigen Eisenbahnbrücke geankert. Eisgang und die Untiefen der Fahrrinne bei Rüterberg ließen den Kapitän die Maschinen stoppen. Früh Morgens um 7 Uhr ging es erst weiter. Die Bugwelle löste an den Ufer ein Knacken und Ächzen der verkeilten Eisplatten aus, das Schiff bugsierte sich langsam durch’s Eis. Es war erst einmal der letzte Transport zu Wasser auf der Elbe. Um 13 Uhr wurde die Schifffahrt amtlich eingestellt. Die Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg sind bereits seit vorgestern im Hamburger Hafengebiet im Einsatz. Erst in den kommenden Tagen werden sie sich bis Boizenburg und Dömitz vorwagen können.

Brenzlig bleibt die Elde-Hochwassersituation in Heiddorf (SVZ berichtete). Dort werden die Wasserfluten durch die Schleuse und das Wasserkraftwerk so stark gebremst, dass sich stetig neues Eis im Sekundentakt unter der Wasseroberfläche bildet und sich vor der Schleuse zu mächtigen Schollenverwerfungen auftürmt. Derzeit sind zwei Bagger der Firma MUT mehrmals am Tag im Einsatz, um das Eis zu brechen und zu räumen, so ein Überschwappen über die Deichkrone zu vermeiden.

Weniger der Schnee, vielmehr die Glätte bereitet den Streudiensten und der Polizei erhebliche Sorgen. Es wird einfach zu oft unangepasst gefahren, zeigen Geschwindigkeitsüberwachungen. Nicht immer hat der Streudienst morgens das Salz auf die Straße gebracht. Sein Tank mit Heizöl ist in diesen Frosttagen stets schnell leer: Andreas Salomo könnte rund um die Uhr den Brennstoff ausliefern, obwohl der Tagespreis um die 98 Cent/Liter/Brutto liegt. Um aber die eigene Stube warm zu halten, geht bei gefühlten Minusgraden um die 20 Grad Minus so schnell kein Brenner auf "Stand by".

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