Ludwigslust : Fernsehlotterie unterstützt Stift

Vor dem Bodelschwingh-Haus, in das neues Leben einzieht: Stiftspropst Jürgen Stobbe (r.) und Alexander Brun, stellvertretender Leiter des Fliednerhauses, Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen.
Vor dem Bodelschwingh-Haus, in das neues Leben einzieht: Stiftspropst Jürgen Stobbe (r.) und Alexander Brun, stellvertretender Leiter des Fliednerhauses, Wohnheim für psychisch erkrankte Menschen.

300 000 Euro für die Neugestaltung des ehemaligen Kinderhauses / Wohn-Pflege-Gemeinschaften für psychisch Kranke entstehen

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07. März 2015, 07:00 Uhr

Das Bodelschwingh-Haus auf dem Gelände des Stifts Bethlehem in Ludwigslust macht einen trostlosen Eindruck. Es fristet nicht nur geografisch ein Randdasein auf dem ausgedehnten Gelände. Beherbergte es früher die Kinderklinik, steht das Gebäude inzwischen seit 2001 leer. Die Jahre seither haben die Substanz nicht besser gemacht. Nun aber gibt es Hoffnung. Im kommenden Jahr soll hier neues Leben einziehen. Ein Ziel mit Symbolwert: 2016 ist der 200. Geburtstag der Stiftsgründerin Helene von Bülow.

Geplant ist der Bau von zwei Wohn-Pflege-Gruppen mit acht bzw. zwölf Wohneinheiten. Das Bodelschwingh-Haus muss dazu total saniert werden. In den WGs, die entstehen, wird jeder Bewohner sein eigenes Zimmer mit Nasszelle haben. Dazu gehört jeweils ein Gemeinschaftsraum mit Gemeinschaftsküche sowie Abstell- und Hauswirtschaftsräume. Die pflegerische Betreuung soll durch ambulante Pflegedienste gewährleistet werden. Hauswirtschaftliche Unterstützung ermöglicht die Finanzierung von Kräften über die Ansprüche der Bewohner aus dem Pflegeneuordnungsgesetz. Voraussetzung für den Einzug in eine der Wohngruppen ist die Pflegestufe I. „Ohne breite Unterstützung ist ein solches Projekt für unser Stift nicht umsetzbar“, so Stiftspropst Jürgen Stobbe. Deshalb war die Freude groß, dass die Deutsche Fernsehlotterie sich mit 300 000 Euro an dem Projekt beteiligt. Auch das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat seine Unterstützung in Aussicht gestellt, und die Diakonie der Bayerischen Landeskirche wird sich ebenfalls daran beteiligen. Trotzdem sucht das Stift noch Menschen, die dem Kinderhaus mit dieser neuen Konzeption unter die Arme greifen. Schließlich sind 1,35 Millionen Euro aufzubringen, um mit dem Bau im Frühjahr dieses Jahres beginnen zu können.

„Menschen mit psychischen Erkrankungen finden im Stift Bethlehem seit vielen Jahren stationäre und ambulante Hilfe und Unterstützung. Wenn allerdings zusätzlich zur psychischen Erkrankung auch pflegerische Unterstützung notwendig wird, fehlt oft der Ort für eine bedarfsgerechte Versorgung“, erklärt der Propst. Klassische Pflegeheime seien für Menschen mit dieser Doppelerkrankung nur bedingt geeignet. „Deshalb wollen wir all denjenigen ein Angebot machen, die gleichermaßen Begleitung bei ihrer psychischen Erkrankung und Pflege benötigen“, so Stobbe bei der Vorstellung des neuen Konzeptes für die Sanierung der ehemaligen Kinderklinik im Stift Bethlehem.

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