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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 03:49 Uhr

Ludwigslust : Feierliches Hallo zum Erwachsensein

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

155 Jugendweihlinge am Sonnabend in der Ludwigsluster Stadthalle

von
erstellt am 16.Mai.2016 | 17:10 Uhr

Für 155 Jugendliche begann am Sonnabend in der Ludwigsluster Stadthalle ein neuer Lebensabschnitt. Begleitet von Eltern, Verwandten und Freunden waren sie festlich gekleidet gekommen. Heimatverbundenheit gepaart mit Weltoffenheit, diese Begriffe umrissen den Rahmen der Ratschläge, die Kreistagspräsident Olaf Steinberg den jungen Leuten mit auf den Weg gab.

Er erinnerte sich an seine eigene Jugendweihe vor 35 Jahren. „Es gibt keinen Garantieschein fürs Leben“, sagte Steinberg und er gab drei Ratschläge mit auf den weiteren Lebensweg, denn nun sei die Kindheit beendet. Sein erster Ratschlag, die Jugend zu genießen. Auf die jungen Leute würden immer mehr Rechte, aber auch neue Pflichten zukommen. Daraus ergebe sich der zweite Ratschlag, die Verantwortung nicht zu unterschätzen. „Wer etwas erreichen will, muss Willen haben“, unterstrich Steinberg. Dabei sei es ein großes Glück, Menschen an der Seite zu haben die einen dabei unterstützten. Steinbergs dritter Ratschlag: „Vergesst die Freiheit nicht!“ Das bedeute nicht, dass nun jeder machen könne was er wolle. Vielmehr gehe es darum, anderen Menschen mit Rücksicht und Verständnis zu begegnen. Das bedeute aber auch, sich die Freiheit für eine eigene Meinung zu nehmen, allerdings keine Toleranz zu zeigen, wenn Menschen ungerecht behandelt würden.

Steinberg wandte sich in besonderer Weise auch an die Eltern. Er sprach den Familien seinen Dank aus, die ihre Kinder zu selbstbewussten jungen Menschen erzogen hätten. „Es werden nun andere Kinder sein“, so der Kreistagspräsident. „Halten Sie Ihre Kinder nicht. Nur wer loslassen kann, eröffnet auch die Möglichkeit des Zurückkehrens“, sagte Steinberg und löste damit bei manchem Nachdenken aus.

Jeweils ein Sinnspruch begleitete die Gruppen der Jugendlichen, die auf der Bühne ihre Jugendweiheurkunden in Empfang nahmen. Beispielsweise diesen, nicht vor großen Aufgaben zurückzuschrecken: Schließlich sei die Arche Noah von Amateuren gebaut worden, die Titanic dagegen von Profis. Benjamin Nolze hatte mehrere solcher Sprüche zum Nachdenken parat.

Birgit Hähnel aus dem Regionalbüro Parchim und Ludwigslust des Vereins Jugendweihe MV zeigte sich am Ende hochzufrieden von der Qualität der Veranstaltung. Das hat mit Sicherheit auch mit den kulturellen Darbietungen zu tun, die in den bewährten Händen von Alexander und Benjamin Nolze, Hagen Schulz-Zachow und Jana Volkmann lagen. Aber auch die Mitglieder und Helfer von Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern e.V. taten alles, um diesen Tag für die Jugendlichen zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Der Begriff Jugendweihe tauchte erstmals 1852 auf. Sie steht in der freireligiösen und freidenkerischen Tradition und wurden später auch von der Arbeiterbewegung übernommen. Zu DDR-Zeiten von der Staatsführung politisch indoktriniert, scheint sich die Jugendweihe trotzdem heute immer noch großer Beliebtheit zu erfreuen. Inzwischen bieten nicht nur der Verein Jugendweihe MV, sondern auch die Volkssolidarität, Kreisverband Ludwigslust, Jugendweiheveranstaltungen an.


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