Warlow : (Fast) neuer Radweg schon kaputt

Mittlerweile warnt ein Schild vor dem Zustand der Strecke.
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Mittlerweile warnt ein Schild vor dem Zustand der Strecke.

Dellen und Risse auf der ganzen Strecke zwischen Warlow und Kummer / Straßenbauamt sieht „zeitnah“ eine Sanierung vor

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26. September 2015, 08:00 Uhr

Lange währte die Freude an diesem Radweg nicht. Vor gerade einmal vier Jahren war der Weg entlang der Landesstraße 07 zwischen Kummer und Warlow für den Verkehr freigegeben worden. Jetzt ist er bereits kaputt. „Wir hatten uns damals gefreut, dass der lange geforderte Radweg endlich da war“, sagt Harry Baase aus Kummer. „Aber mittlerweile fahre ich wieder auf der Straße, weil es mir auf dem Radweg zu gefährlich ist.“ Die Schilderkombination „Achtung, Straßenschäden“ ändere daran auch nichts. „Eigentlich müsste er ganz und gar gesperrt werden.“

Wo im Juni 2011 glatter Asphalt auch Inlineskater begeisterte, ziehen sich inzwischen lang gezogene Dellen und zum Teil mehrere Zentimeter breite Risse in kurzen Abständen quer über den Weg. Die Oberfläche des Radweges gleicht einem Waschbrett. Schuld sind die an der Straße stehenden Pappeln, deren Wurzeln die Schwarzdecke von unten aufbrechen.

Der Zustand des Radweges sei dem Straßenbauamt Schwerin bekannt, teilt das Schweriner Infrastrukturministerium auf SVZ-Anfrage mit und erklärt weiter: „Der Radweg wurde außerhalb des Kronen-Traufbereiches der Pappeln geplant und demzufolge ordnungsgemäß gebaut. Da aber zwischenzeitlich der Wurzelverlauf unter dem gesamten Radweg verläuft, das heißt damit komplett außerhalb des Kronen-Traufbereiches der Pappeln, besteht hier Handlungsbedarf.“ Das Straßenbauamt sehe zeitnah eine Sanierung des Radweges vor, so Ministeriumssprecher Steffen Wehner. Da Alleen in Mecklenburg-Vorpommern besonders gesetzlich geschützt sind, seien Abstimmungen mit der Naturschutzbehörde und den Naturschutzverbänden zwingend erforderlich. Wann die Sanierung erfolgen soll, blieb jedoch offen.

Der Radweg zwischen Kummer und Warlow ist kein Einzelfall – wenn auch ein Extrem. Ob auf den Trassen entlang der B 191 bei Eldena oder Malliß, zwischen Ludwigslust und Neustadt-Glewe oder auf der Strecke von Techentin Richtung Hornkaten – überall zeigen sich in der Nähe von Bäumen deutliche Risse und Aufbrüche im Asphalt. Allerdings sind diese Radwege schon einige Jahre älter. Der passionierte Radfahrer Harry Baase vermutet eine billige Bauweise als Ursache. „Es wird keine Wurzelsperre eingebaut und kurze Zeit später kommt dann das böse Erwachen.“

Auch ein anderes Manko des Radweges zwischen Kummer und Warlow ist noch immer nicht behoben. Er endet rund 130 Meter vor dem Ortseingang Warlow mitten auf der Landesstraße, weil auf den anschließenden Grundstücken nicht gebaut werden durfte. Bei der Planung war anderweitiges bestehendes Baurecht nicht beachtet worden. Der Radweg in Richtung Warlow solle im Zuge des Ausbaus der Ortsdurchfahrt Warlow gebaut werden, so Steffen Wehner. „Zurzeit liegt die Vorplanung vor. Mit einem Ausbau der Ortsdurchfahrt ist frühestens im Jahr 2018 zu rechnen."

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