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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 03:54 Uhr

Ludwigslust : Falscher Polizist am Telefon

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Betrüger rief mindestens zehn ältere Damen in der Region an und wollte mit ihnen über Wohnungseinbrüche reden.

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2016 | 17:00 Uhr

Er gibt sich jedes Mal als Kripobeamter aus und behauptet, sie vor Einbrechern schützen zu wollen. Doch der Kerl ist kein Polizist, sondern ganz offenbar ein gemeiner Betrüger, der es wohl auf das Geld älterer Frauen abgesehen hat.

Es begann am späten Montagvormittag. Der falsche Kripobeamte meldete sich telefonisch bei einer Seniorin und verwickelte sie in ein Gespräch über Wohnungseinbrüche. Bis zum Nachmittag folgten weitere Anrufe, so dass zunächst insgesamt zehn ältere Frauen betroffen waren. Sprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion (PI) Ludwigslust: „Angerufen wurden jedes Mal Seniorinnen, die im Bereich der Ludwigsluster Postleitzahl wohnen, darunter auch in Kummer und Techentin. Auffällig war, dass fast alle Angerufenen als Vornamen ,Ilse’ oder ,Hannelore’ haben. Wir gehen deshalb davon aus, dass der Betrüger seine Opfer aus dem Telefonbuch ausgewählt und speziell nach Namen gesucht hat, die auf ältere Personen schließen lassen. In allen bekannt gewordenen Fällen hatte der Anrufer seine Telefonnummer unterdrückt.“

Laut Polizeisprecher versuchte der falsche Beamte zunächst immer, das Vertrauen der Seniorinnen zu gewinnen und sie gleichzeitig einzuschüchtern. „Er sprach mit ihnen darüber, dass in der Region viel in Wohnungen eingebrochen werde, worüber er mit ihnen reden wolle“, so Polizeisprecher Wiechmann.

Die Rentnerinnen fielen jedoch nicht auf den Betrüger rein und beendeten die Gespräche frühzeitig. Klaus Wiechmann: „Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Täter oder eine Gruppe handelt, die es auf das Geld der Betroffenen abgesehen hat. Wenn man am Telefon das Vertrauen der Frauen gewonnen hat, könnte der nächste Schritt sein, einen Besuchstermin in deren Wohnungen zu vereinbaren. Denkbar hier wäre, dass man sich Geldverstecke zeigen lässt und es zu Diebstahls- oder Betrugshandlungen kommt.“

Ein Indiz dafür ist die Tatsache, dass der Betrüger bei einigen Anrufen konkret nach Kontodaten und -ständen fragte.

Die Polizei lobt in diesem Zusammenhang die angerufenen Frauen. „Sie sind nicht leichtgläubig gewesen, sondern haben mit ihren konkreten Fragen den Anrufer selbst in Bedrängnis gebracht, weil er sie nicht beantworten konnte. Wir sind den Betroffenen für ihr besonnenes Verhalten dankbar“, so Polizeisprecher Wiechmann.

Bis zum gestrigen Nachmittag hatte die Polizei keine Hinweise, dass es zu einem Treffen zwischen Betrüger und möglichen Opfern in der Ludwigsluster Region gekommen ist. Der oder die Unbekannten sind hier aber vermutlich weiterhin mit dieser Masche unterwegs. Erst in der vergangenen Woche wurden zwei ähnliche Fälle in Boizenburg gemeldet. Auch dort verwickelte ein falscher Polizist Senioren in solche Gespräche.

Die Polizei warnt davor, auf solche Anrufe einzugehen und Treffen zu vereinbaren bzw. Fremde in die eigene Wohnung zu lassen. „Wir nehmen auf diese Weise keinen Kontakt zu interessierten Bürgern auf. Wer Interesse an einer Präventionsberatung hat, kann sich gerne bei der Polizei melden“, sagt Sprecher Klaus Wiechmann.

 Kriminalbeamte indes können sich an der Wohnungstür jederzeit mit dem Dienstausweis der Polizei bzw. mit der Kripo-Marke ordnungsgemäß legitimieren, so der Sprecher weiter.

Die Polizei bittet Betroffene, die ebenfalls Anrufe von dem Betrüger erhielten, bisher die Polizei aber noch nicht informiert haben, sich bei den Beamten zu melden. Hinweise nehmen das Polizeihauptrevier in Ludwigslust (Tel. 03874 / 4110) und jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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