Wozu die Geburtsurkunde? : Falsche Daten in alten Ausweisen

Was bei der Beantragung eines Personalausweises an Papieren mit zubringen ist, regelt das Bundesmeldegetz.
Was bei der Beantragung eines Personalausweises an Papieren mit zubringen ist, regelt das Bundesmeldegetz.

SVZ-Leserin fragt: Warum muss ich für Antrag auf ein neues Personaldokument Geburtsurkunde vorlegen? Wir haben in den Ämtern der Region nachgefragt.

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08. Juni 2016, 17:39 Uhr

Beim Blick auf ihren Personalausweis sah sie, dass das Dokument bald ungültig und damit ein neues fällig wird. Also beschloss die Einwohnerin einer Gemeinde aus dem Amt Grabow, bei der zuständigen Behörde einen neuen Ausweis zu beantragen. Was sie dann beim Bürgerservice erfuhr, erstaunte sie: Sie müsse ihre Geburtsurkunde mitbringen. Das konnte die Dame aber nur schwer nachvollziehen, weil sie gehört hatte, dass es in anderen Ämtern auch anders geht, wie sie am Lesertelefon „Der heiße Draht“ berichtete. SVZ fragte bei den Ämtern nach.

„Wichtig sind die Mitwirkungspflichten der meldepflichtigen Person, wie sie im Paragraf 25 des Bundesmeldegesetzes festgehalten sind“, erklärt Regina Restel, Sachbearbeiterin im Einwohnermeldeamt des Amtes Neustadt-Glewe. Sie habe auf Verlangen der Meldebehörde die zur ordnungsgemäßen Führung des Melderegisters erforderlichen Auskünfte zu erteilen, die zum Nachweis der Angaben erforderlichen Unterlagen vorzulegen und persönlich bei der Meldebehörde zu erscheinen. „Für die Erstausstellung des Personaldokuments ist die Geburtsurkunde mitzubringen“, sagt Regina Restel weiter.

Im Falle einer Neubeantragung braucht man die Geburtsurkunde nicht, wenn die Daten im Meldesystem der Behörde bereits erfasst sind. Sollte jemand seine Geburtsurkunde aus den verschiedenen Gründen nicht mehr besitzen, müsse er diese beim zuständigen Standesamt neu beantragen.

Laut Bundesministerium des Inneren benötige ein Erwachsener für die Beantragung ein gültiges Identitätsdokument, zum Beispiel den alten Personalausweis, wenn vorhanden, oder einen Reisepass. Zusätzlich könne die Vorlage einer Geburtsurkunde/Abstammungsurkunde erforderlich werden, heißt es auf der Internetseite des Ministeriums. Zum Beispiel wenn der Antragsteller bisher keinen Personalausweis oder Reisepass besessen hat oder wenn Daten des Personalausweises von den Eintragungen im Melderegister abweichen.

„Bei der Erstausstellung oder beim Verlust des Personalausweises wird dann die originale Geburtsurkunde benötigt“, sagte Denise Rautenkranz aus dem Bürgerbüro des Amtes Dömitz-Malliß.

Wer im Amt LudwigslustLand die Verlängerung eines Ausweises beantragen möchte, muss die Geburtsurkunde, den alten Personalausweis und ein biometrisches Passbild mitbringen. „Wer ganz sichergehen will, was er mitbringen muss, kann gern nachfragen im Amt und sich genau erkundigen“, ergänzt Wolfgang Utecht, der leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Ludwigslust-Land.

Und Wolfgang Kann, der Leiter des Ordnungsamtes des Amtes Grabow äußert sich wie folgt: „Um sich einen neuen Ausweis ausstellen zu lassen, reicht es nicht, das alte Dokument mitzubringen. Nur durch die Geburtsurkunde sind die persönlichen Angaben genau nachzuweisen. Sind diese aber schon in unser System eingepflegt, wird sie nicht benötigt. Aber wir mussten schon oft feststellen, dass zum Beispiel in alten DDR-Ausweisen Fehler drin waren, die Angaben stimmten oft nicht überein mit den Daten auf den Geburtsdokumenten. In der Vergangenheit ist es leider oft vorgekommen, dass Vornamen nicht stimmten. Wenn das auf den Urkunden nicht richtig erfasst ist und die Angaben bei den Meldebehörden nicht genau erhoben werden, könnte das in wichtigen Situationen unangenehm werden. Wenn es um Angaben zu einem Scheidungsurteil geht oder Daten an das Finanzamt übermittelt werden, was unter Umständen andere Einstufungen in der Steuerklasse zur Folge hat, kann das den Betroffenen große Schwierigkeiten bereiten.“

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