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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 00:42 Uhr

Ludwigslust : Fairer Handel für die Armen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Weltladen Ludwigslust e. V. sammelt Unterschriften zur Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 21:00 Uhr

„Wir haben hier bereits 35 unterschriebene Briefe und hoffen, dass es schon bald zehn mal so viele sind“, sagt Gudrun Kann. Sie ist im Weltladen Ludwigslust e. V. für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Es geht um eine ganz spezielle Aktion anlässlich des diesjährigen Weltladentages im Mai. Deren Motto lautet: „Unternehmen haftbar machen!“ Gudrun Kann erläutert: „Viele Menschen vor allem in Entwicklungsländern müssen oft unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und kommen dabei nicht selten mit giftigen Stoffen in Berührung. Dafür erhalten sie meist nur sehr geringen Lohn, der kaum zum Leben reicht. Verantwortlich für die Menschenrechtsverstöße im Ausland sind im Rahmen des Handels auch deutsche Unternehmen. Sie können bisher kaum dafür zur Verantwortung gezogen werden. Das soll sich ändern. Wir brauchen verbindliche Regeln, damit die erwähnten Menschenrechte eingehalten werden.“

Initiator der Kampagne ist der Weltladen-Dachverband e. V., der bereits im Vorjahr rund 38  000 Unterschriften für diese Forderungen gesammelt und an das Auswärtige Amt übergeben hat. „Darunter waren auch 182 Unterschriften aus Ludwigslust“, sagt Gudrun Kann. „Die Bundesregierung erstellt derzeit einen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte, der im Sommer im Kabinett verabschiedet werden soll. Wir wollen die Bundesregierung mit unserer jetzigen Kampagne auffordern, in dem Aktionsplan deutsche Unternehmen gesetzlich zur Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten zu verpflichten. Unternehmen, die dagegen verstoßen, sollen verklagt werden können.“ Eingangs erwähnte Briefe sollen an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt werden und dieser Forderung Nachdruck verleihen.

An der Kampagne nehmen die Läden teil, die sich dem „Fairen Handel“ verpflichtet fühlen, darunter auch der Weltladen in der Ludwigsluster Schlossstraße. „Unsere Kunden können zu unseren bekannten Öffnungszeiten die Briefe mit den Forderungen unterschrieben. Speziell laden wir dazu auch an unserem Aktionstag am 13. Mai von 14 bis 18 Uhr ein. In der Woche darauf schicken wir die Briefe an die Bundeskanzlerin und hoffen, wie gesagt, dass es mindestens zehn mal so viele wie bisher sind“, sagt Gudrun Kann.

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