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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 09:54 Uhr

Klein Krams : Faible für Malerei und Miniaturen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Tobias Hofmann aus Klein Krams würde gern eine kleine Galerie eröffnen / Sein Traum ist es, einmal eine Kirchenorgel zu spielen

von
erstellt am 04.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Musik, Malerei und Modellbau – Tobias Hofmann ist vielseitig interessiert und talentiert. Die Bilder im Obergeschoss seines Hauses zeugen davon. Und im Winter die Miniaturorte, durch die er seine Modellzüge rattern lässt.

Der Modellbahnbau ist Hofmanns ältestes Hobby. „Ich habe es von meinem Bruder übernommen“, erzählt der 52-Jährige. Mit seinem Nachbau des Dömitzer Bahnhofs ist er ein-, zweimal im Jahr bei Eisenbahnausstellungen dabei. „Als abzusehen war, dass die Bahnstrecke demontiert wird, hatte ich das Gefühl, ich muss das Gelände für die Nachwelt erhalten“, sagt Hofmann.

Der Nachbau des Mallisser Bahnhofs ist dagegen noch immer in Arbeit, und das könnte auch noch eine Weile so bleiben „Ich bin beim Modellbau sehr detailverliebt und da besteht die Gefahr, dass man auch im Alltag immer penibler und irgendwann unausstehlich wird“, sagt der Außendienstler. Und so lebt er derzeit lieber ein anderes altes Hobby aus, indem er zu Pinsel und Farben greift. „Da friemelt man zwar auch manchmal, kann dann aber wieder kleckern und klotzen.“ Das tue ihm gut.

Dass Tobias Hofmann seit Geburt gehandicapt ist – sein rechter Unterarm fehlt – hält ihn von (fast) keinem Hobby ab. So begann er vor drei Jahren, Klavierunterricht zu nehmen. „Ich habe gleich gemerkt, was mir 40, 50 Jahre lang gefehlt hat“, sagt der Klein-Kramser. Es sei erstaunlich, wie viele Musikstücke es gibt, die man mit einer Hand spielen kann. „Aber meine Klavierlehrerin Jaana Duschinski ist auch sehr geduldig.“

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Tobias Hofmann auch noch im Chor singt und gern Pilze sammelt. Vielleicht wird er eines Tages sogar Pilzberater. Die ersten Lehrgänge und Prüfungen dafür hat er bereits absolviert. Kathrin Neumann stellte ihm die Sonnabendfragen.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Auf der Terrasse oder der kleinen Anhöhe hinter meinem Haus. Allerdings bin ich auch gern im Ludwigsluster Schlosspark, die Ecke um den Pavillon ist wunderschön.
Was würden Sie als Bürgermeister Ihres Wohnortes sofort verändern?

Ich würde es gut finden, wenn im Ort noch ein paar Bänke und ein Unterstand mit Infotafel aufgestellt werden, wo ältere Spaziergänger aus dem Dorf und durchfahrende Radler Rast machen können.
Wo trifft man Sie in Ihrem Wohnort am ehesten?
Zu Hause, aber manchmal auch bei der Feuerwehr, deren Mitglied ich bin.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe in den Ferien in Halle als Postzusteller gearbeitet.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Von dem Geld habe ich mir meinen ersten Kassettenrecorder, Modell „Anett“, gekauft. Noch eindrücklicher war für mich aber mein erster Kauf mit Westgeld. Ich habe mir damals in Hamburg das Spiel „Scotland Yard“ gekauft. Die Gesellschaftsspiele, die es im Westen gab, fand ich faszinierend.
Was würden Sie gerne können?

Ich würde gern richtig schön Kirchenorgel spielen können.
Was stört Sie an anderen?
Hochnäsigkeit und Besserwisserei stören mich sehr.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Gelacht? Sehr geschmunzelt habe ich neulich bei einer Fahrt durch Neustadt-Glewe. „Karpfen hier rechts ab“ stand da auf einem Schild. Ich wusste gar nicht, dass Fische lesen können…
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?

Vor zwei Jahren bin ich mit meiner Tochter Inliner gefahren. Damit sollte man mit 50 nicht mehr anfangen und schon gar nicht ohne Knie- und Handgelenkschützer. Ich stürzte und brach mir das Handgelenk. Da merkt man, wie wichtig eine Hand ist – erst recht, wenn es die einzige ist.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Paolo Coelho. Seine Bücher enthalten viele Lebensweisheiten. Er hat mich gelehrt, mit den Höhen und Tiefen des Lebens umzugehen.
Welches Buch lesen Sie gerade?

„Verflixtes Blau“ von Christopher Moore.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Ich habe keinen Fernseher. Ich kann gut ohne leben, weil ich mit Haus, Hof und Hobbys genug zu tun habe. Und Kabarett, das ich gern mag, kann ich auch im Internet schauen.
Wo trifft man Sie eher: Bei einem Fußballspiel oder bei einem Wettkampf in der Rhythmischen Sportgymnastik?

Wenn ich selbst spielen kann, dann beim Fußball. Zugucken ist nicht so mein Ding. Tischtennis spiele ich auch gern.
Wen würden Sie gerne mal treffen?

Den Kabarettisten Volker Pispers. Der ist einmalig.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Für mich geht nichts über ein gutes Pilzgericht – egal nach wessen Art es zubereitet ist.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

„Claire de lune“ von Claude Debussy. Es erinnert mich an die Zeit meiner ersten Ehe. Meine damalige Frau hat es oft gespielt. Heute spiele ich es gern. Ein bisschen Nostalgie.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

Von meiner Tochter habe ich vor sechs Jahren ein aus Holz gebasteltes Engelchen bekommen, das solche Lebensfreude ausstrahlt. Darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich habe es noch immer.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Eine Kirchenorgel zu spielen und vielleicht mal eine kleine Galerie zu eröffnen.
Was werden Sie als Rentner machen?

Ich könnte mir vorstellen, Galerist zu sein. Auf jeden Fall werde ich nicht mehr viel durch die Gegend fahren wollen, sondern mich lieber um meine Enkel kümmern. Ein Enkelkind habe ich schon.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Dem Architekten André Schuldt. Ein energiegeladener Mensch, der versucht, in der Gegend etwas anzukurbeln, hier Leben hineinzubringen.

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