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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 13:08 Uhr

Militariasammler : Explosive Gefahr im Wald

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Polizei warnt Privatpersonen vor Suche nach Waffen und Munition aus dem Krieg - Frische Grabungsstätten in Wäldern entdeckt

von
erstellt am 25.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Sie ziehen nachts los, um in den Wäldern nach alten Waffen, Munition oder Utensilien aus dem Weltkrieg zu suchen. Und ahnen gar nicht, in welche Gefahr sie sich begeben. Solche Aktionen haben zuletzt erneut die Polizei auf den Plan gerufen. Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust: „Wir haben dieser Tage in Wäldern nördlich von Ludwigslust zwei Personengruppen festgestellt, die dort möglicherweise Munition oder Gegenstände suchen wollten, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammen. Den insgesamt vier Personen wurden Platzverweise erteilt.“

Die Polizei war durch Förster und Waldbesitzer auf frische Grabungsstätten in den Wäldern aufmerksam gemacht worden. Streifen kontrollierten daraufhin verstärkt diese Gebiete, stießen auf erwähnte Personen. Bei der Kontrolle eines Fahrzeugs entdeckten die Beamten eine Sonde, wie sie für die Suche nach Metallgegenständen im Boden verwendet wird. Die Vorbereitung solcher Suchaktionen stellt aber noch keine Ordnungswidrigkeit dar.

Allerdings hat die Polizei frische Grabungsstätten entdeckt. Hauptrevierleiter Küchler: „Wir können nicht ausschließen, dass dort Munition, Kriegsgerät oder auch Gegenstände von Soldaten, wie Erkennungsmarken, ausgegraben wurden. Wenn Täter auf frischer Tat oder beim Abtransport solcher Dinge festgestellt werden, ist ein Straftatverdacht zu prüfen.“ Verdächtige müssten sich dann möglicherweise wegen Diebstahls, Verstößen gegen das Kriegswaffen- bzw. Sprengstoffgesetz oder auch Störung der Totenruhe verantworten.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor solchen rechtswidrigen Suchaktionen, die zudem für die Beteiligten lebensgefährlich sein können. Polizeisprecher Klaus Wiechmann, von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Im gesamten Bereich des Landkreises bildet Weltkriegsmunition, die im Boden oder auch in Gewässern liegt, auch nach Jahrzehnten noch eine große Gefahr. “

Das betrifft nicht nur Bomben und Granaten, bestätigt Thomas Cogiel, Leiter des Munitionszerlegebetriebs Jessenitz. „Auch kleine Munition ist äußerst gefährlich und nicht zu unterschätzen. Bei Patronen zum Beispiel kann es sich um Brandmunition handeln, die sich in Verbindung mit Luftsauerstoff entzündet. Das kann sehr gefährlich sein, wenn diese Munition zum Beispiel gerade im Auto transportiert wird. Generell gilt, bei solchen Funden die Polizei zu informieren, auch wenn man sich nicht sicher ist, ob es sich wirklich um Munition handelt. Wir rücken dann lieber hundertmal umsonst aus, als das es einmal ein Unglück gibt.“

 

 

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