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Warlow : Explosion erschütterte Warlower Dorfzentrum

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wieder zwei Zigarettenautomaten aufgesprengt / Auch in Perdöhl schlugen Unbekannte zu / Polizei verstärkt die Ermittlungen und schließt Zusammenhang zwischen den Taten nicht aus

svz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Was manch einer noch für einen verspäteten Silvesterböller gehalten haben könnte, war aber ein ganz anderer Kracher mit einem kriminellen Hintergrund. In der Nacht zu Donnerstag gegen 0.30 Uhr war im Zentrum von Warlow ein Zigarettenautomat in die Luft geflogen. Anwohner hatten zunächst einen lauten Knall wahrgenommen und dann den zerstörten Zigarettenautomat entdeckt. Aus dem völlig zerstörten Gerät stahlen die Täter Bargeld und Zigaretten. „Mitten im Zentrum solch ein Knall, da dachten sicher noch einige an Feuerwerk oder ähnliches “, ließ sich dazu gestern Nachmittag Warlows Bürgermeister Rainer Zimmermann vernehmen. „Bislang ist es bei uns noch nicht vorgekommen, dass ein Zigarettenautomat gesprengt wurde, aber vor einigen Jahren ist in einer Nachbargemeinde schon einmal ein Automat geknackt worden. Die Täter hatten ihn dann in unserer Gemarkung weggeworfen.“ Der Bürgermeister hofft, dass so etwas nicht noch einmal passiert. „Die Polizei hat die Einwohner um Hinweise gebeten, die zur Aufklärung des Falles beitragen könnten“, so der Bürgermeister, der ergänzt, dass sich Einwohner mit Hinweisen natürlich auch an die Gemeinde wenden könnten. „Es ist schon bedenklich, dass die Täter jetzt ihre kriminellen Machenschaften auf die ländliche Region ausdehnen. Wichtig ist, dass man jetzt die Grundstücke und Garagen noch mehr im Blick haben sollte.“

Gestern früh gegen 4 Uhr krachte es dann im rund 35 Kilometer entfernten Perdöhl nahe Wittenburg erneut: Vor der Bauernstube in Perdöhl hatten Unbekannte den Zigarettenautomaten im Dorf gesprengt. Offensichtlich benutzten sie dazu ein Gasgemisch. Allerdings ließen die Täter Bargeld und Zigaretten zurück und flüchteten ohne Diebesgut vom Tatort, sagte die Polizei in einer ersten Stellungnahme. Wahrscheinlich sind die Täter gestört worden.

Kein Einzelfall. „Bereits acht Zigarettenautomaten sind in den letzten zwei Wochen in Westmecklenburg von Unbekannten gesprengt worden“, sagte Manuela Kunze, Sprecherin im Polizeipräsidium Rostock. Spezialisten der Kriminalpolizeiinspektion Schwerin haben die Ermittlungen übernommen. „Bislang wurde niemand durch die Explosionen verletzt“, so die Polizeisprecherin. Doch die meisten der Automaten stehen wie in Perdöhl an Straßen und in der Nähe von Häusern, so dass eine Gefahr für Unbeteiligte nicht ausgeschlossen werden kann. Zumal die Wucht der Explosion nicht unbeträchtlich ist, wie sich an den weit verstreuten Splitterresten in Perdöhl ablesen lies.

Bereits am Donnerstag vergangener Woche waren in Tewswoos und Alt Jabel bei Ludwigslust zwei Zigarettenautomaten durch Explosionen zerstört beziehungsweise beschädigt worden. In Greven bei Lübz hatten Unbekannte am Sonntagabend auf diese Weise einen Automaten aufgebrochen und Zigaretten sowie Bargeld entwendet. Nach derzeitigen Erkenntnissen ist von einem Gesamtschaden in Höhe von mehr als 10 000 Euro auszugehen. Der Schaden an den Automaten übertrifft die Höhe der Beute um ein Vielfaches.

Über die Täter ist bislang noch wenig bekannt. In einigen Fällen wurden sie von Zeugen beobachtet, wie sie mit einem Auto vom Tatort flohen. Meist war dabei von einem Pkw die Rede. Mehr hat die Polizei derzeit nicht in der Hand. Logischerweise schließt die Polizei einen Zusammenhang zwischen den Taten nicht aus.

Es ist nicht die ersten Serie dieser Art in unserer Region. Seit Jahresbeginn wurden in den Ortschaften Brahlstorf, Dammereez, Banzin, Camin, Garlitz und Vorderhagen mehrere Zigarettenautomaten gesprengt und teilweise Waren und Geld entwendet. Es entstand dabei erheblicher Sachschaden.

Durch den Betreiber der Zigarettenautomaten, die „Tobaccoland Automatengesellschaft mbH und Co. KG“, wurde damals eine Belohnung von insgesamt 1000 Euro für die Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung der Täter führen. Ob diese Belohnung noch immer gültig ist, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Der Sprecher des Unternehmens sei erst wieder am Montag zu erreichen, hieß es auf SVZ-Nachfrage.

Angesichts der Fülle der Fälle bleibt die Frage, ob die Automaten an den bisherigen Orten ersetzt werden oder ob Tobaccoland das Risiko erneuter Sprengungen nicht mehr eingehen will.

 

 

 

 

 

 

 

 


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