Liepe : Es geht auch ohne Schnee

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Nur kalt muss es sein: Schlittenhundeführer trainieren gern in Liepe

svz.de von
07. April 2015, 07:30 Uhr

Eben noch haben Lennox, Kirsi, Coker und Unique ihre feuchten Nasen auf den sandigen Boden gedrückt. Die Augen fest geschlossen, die Beine entspannt von sich gestreckt. Doch jetzt greift Jutta Klein zum Führ-Geschirr. Karabiner klappern. Die Hunde springen auf, bellen, jaulen, ziehen an den Leinen - außer sich vor Freude auf das, was gleich beginnen wird. Ein Trainingslauf an einem sonnigen, frostigen Ostersonntag - für Jutta Klein und ihre Hunde könnte der Tag nicht besser beginnen. Zwei Grad zeigt das Thermometer an diesem frühen Morgen. „Wir müssen los“, sagt die Hundeführerin. „Je wärmer es wird, desto anstrengender wird es für die Hunde.“ Jutta und ihr Mann Roland Klein sind die Langschläfer unter den Hundeschlittenführern, die an diesem Wochenende in Liepe campieren. Die Nachbarn Manuela und Tobias sind seit sieben Uhr unterwegs. Ihre Hunde ziehen sie 43 Kilometer auf dem Roller und dem Fahrrad über die markierten Wege rund um Liepe zwischen den Orten Grittel, Neu Göhren und Strassen. Knapp 50 Kilometer lang ist das Wegenetz, das der Deutsche Schlittenhundesportclub hier in Absprache mit dem Forstamt Kaliß für das Training mit Schlittenhunden benutzen darf. Die Wege sind markiert mit roten, blauen und gelben Kreisen. Rot bedeutet „Abbiegen“, bei Blau wissen die Fahrer, dass sie auf der richtigen Strecke sind und Gelb signalisiert Gefahren, wie enge Wege, Absätze, Brücken oder scharfe Kurven.

Hundeschlittenführer Hartmut Dupke aus Husum hatte das Gelände zufällig im Internet entdeckt. Auf der Suche nach passenden Strecken in Südwestmecklenburg war er bei Google Earth schließlich auf Liepe gestoßen. „Die Landschaft ist ein Traum“, sagt Dupke. „So viel zusammenhängenden öffentlichen Wald haben wir in Schleswig-Holstein nicht. Außerdem sind bei uns viele Wege geteert.“ Auf einer Wiese neben dem Gasthof dürfen die Fahrer mit ihren Hunden gegen Gebühr campen. „Wir sind froh und dankbar für die Möglichkeit“, sagt Dupke und freut sich, dass auch Jäger im Ort aufgeschlossen reagieren. „Wenn man sich gut abspricht und sich an die Regeln hält, funktioniert Jagd und Hunderennen auch gut nebeneinander.“ So dürfen die Hunde nicht bei Dämmerung laufen oder vom Weg abkommen. An drei frostigen Morgenden waren Jutta und Roland Klein mit ihren sechs Huskys im Lieper Wald unterwegs. Bei Bodenfrost und Raureif auf den Wegen. Es dürfte ihr letztes großes Trainingswochenende vor dem warmen Frühling gewesen sein.

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