ludwigslust : Erweiterungspläne erhitzen Hornkaten

Die Erweiterung der Biogasanlage am Standort Techentin erhitzt die Gemüter in Hornkaten.
Die Erweiterung der Biogasanlage am Standort Techentin erhitzt die Gemüter in Hornkaten.

Pläne der Agrarprodukte Göhlen auf einer Info-Veranstaltung vor Ort vorgestellt / Ortsteilvertreterin Gaby Schilling: Frühzeitige Beteiligung der Bürger nicht gegeben

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18. März 2014, 07:00 Uhr

Aufmerksam hörten die etwa 20 Einwohner aus Hornkaten, die im kleinen Aufenthaltsraum Platz genommen hatten, den Ausführungen von Uwe Schollän von der Landgesellschaft Mecklenburg mbH zu. Es ging um ein brisantes Thema, das die Hornkatener schon von Anfang an mit einer großen Skepsis sahen und nun ein neues Kapitel erhalten soll: Die Erweiterung der bestehenden Biogasanlage am Standort Techentin der Stadt Ludwigslust. Dazu hatte die Stadt, die am 12. März eine Petition aus Hornkaten erhalten habe, kurzfristig eine Informationsveranstaltung für die Bürger aus Hornkaten auf dem Gelände der Biogasanlage einberufen, um in sachlicher und konstruktiver Atmosphäre Bedenken auszuräumen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Gaby Schilling, Ortsteilvertreterin von Hornkaten, machte sich aufmerksam Notizen, auch Heiko Stier, der neben ihr stand, schrieb eifrig mit. Die notwendigen Unterlagen, so Uwe Schollän, sind erarbeitet und von der Stadtvertretung Ludwigslust abgenickt, nun gehe es beim zweiten Part um die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit. „Wir wollen ihnen das Vorhaben heute öffentlich vorstellen, die Stellungnahmen, die sie heute abgeben, prüfen und dann in den Entwurf mit einarbeiten“, erläuterte Uwe Schollän. Bereits im Mai des vergangenen Jahres sei die Agrarprodukte Göhlen als Eigentümer und Betreiber der Anlage an die Stadt mit dem Vorhaben herangetreten, die Biogasanlage erweitern und die Leistung von 500 kW auf ca. 1200 kw elektrische Leistung erhöhen zu wollen. „Am 16. Mai wurde der Antrag auf Einleitung eines Bauleitplanverfahrens gestellt“, sagte der Planer der Landgesellschaft mbH. Am 19. Juni 2013 erfolgte der Aufstellungsbeschluss durch die Stadtvertretung Ludwigslust. Am 11. Dezember wurde der Vorentwurf durch die Stadtvertretung Ludwigslust gebilligt.

Immissionsbeanstandungen, Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierungen, schalltechnische Untersuchungen, Geruchsprognosen, Gewässerbelastung - diese und weitere technische Parameter präsentierten Planer Uwe Schollän und Stefan Schiefele, zuständig für Stadtentwicklung und Stadtplanung in Ludwigslust. Letzterer war in Vertretung von Bürgermeister Reinhard Mach zur Info-Veranstaltung gekommen. Der Ludwigsluster Verwaltungschef befand sich im Urlaub, konnte nicht persönlich dabei sein, auch Petra Billerbeck als seine Stellverteterin, die zu dem Zeitpunkt erkrankt war, konnte Mach nicht vertreten.

Hier am Standort der Biogasanlage soll ein am hinteren Ende des Areals stehender abgedeckter Behälter zu einem Fermenter umgewandelt werden, indem die Gärung stattfindet. Die sich hier noch befindende Gasfackel soll es bald nicht mehr geben. „Wir wollen das Gas speichern und daraus das Maximale an Energie herausholen, die natürlich am meisten am Tage gebraucht wird. Wir sind uns einig, dass wir viel von unserer Energie verstromen wollen. Wir möchten aber nicht, dass sie zusätzlich belastet werden“, wandte sich Steffen Wegewitz an die Hornkatener Bürger. „Wir wollen die Gülle von Glaisin hierher fahren, diese dann mit Mais versetzen, um dann das Methan herauszuholen.“ Deshalb bat er die Anwesenden um Verständnis, wenn es dann nächste Woche mit den Güllefahrten losgehe. „Wir haben bis jetzt Null Widerstand, und wollen das auch so fortsetzen. Wir wollen aber auch keine Energie verschenken“, erklärt der Agrarprodukte-Geschäftsführer. Wilhard Friel, der das Projekt erneuerbarer Energie des Agrarunternehmens leitet, sagte, dass es bis Oktober dauern würde, ehe die Genehmigung für den neuen Gasspeicher vorliege. Der Bau werde dann erst im neuen Jahr ein Thema sein. Die Lagerkapazität wird aber größer, weil dann mehr Gülle gefahren werde.

Gaby Schilling, die Ortsteilvertreterin, fand es nicht in Ordnung, dass Herr Mach bei dieser Info-Veranstaltung nicht zugegen war. Die Hornkatener hätten sicher viele Fragen an ihn gehabt, auch zum Punkt der frühzeitigen Beteiligung der Bürger an dieser Thematik. „In der an Herrn Mach übergebenen Petition steht drin, was wir wollen. Wie bereits bei der Ausbaustufe 1 der genannten Anlage erfolgte bis dato keine Rücksprache seitens der Stadt mit uns Hornkatenern. Wichtig sind uns in dieser Sache folgende Themen: Die Einhaltung der Geschwindigkeit und eine überlegenswerte Reduzierung auf 30 km/h, da wir befürchten, dass eine doppelte Ausbaustufe einer doppelten Verkehrsbelastung entspricht“, so Gaby Schilling. Die Behebung der - wie bereits mehrfach darauf hingewiesen - Bodenwellen An den Liepen zwischen Nummer 4 und 6, der Anlieferungsweg über die B5 und die Einhaltung der Tonnage liegt den Hornkatenern ebenso am Herzen. Zudem erwarten sie einen Lösungsvorschlag seitens der Stadt zur gefährlich beengten Kurvensituation An den Liepen/Ecke Waldstück (Unfallschwerpunkt). Zudem wird um ein gesondertes Treffen mit den Betreibern der Biogasanlage mit den Verantwortlichen der Stadt und den Einwohnern Hornkatens gebeten.

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