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Ludwigsluster Tageblatt

21. Oktober 2017 | 23:33 Uhr

Wöbbelin : Erste Unfälle auf Rad-Buckel-Piste

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kummer, Eldena, Hornkaten, Wöbbelin – Wurzeln machen teure Radwege zu regelrechten Abflugrampen.

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Mit einem Riss fängt es an. „Und dann kann man  dabei zusehen, wie die Wurzeln von unten den Asphalt nach oben drücken“, sagt Viola Tonn. Wöbbelins Bürgermeisterin steht auf dem Radweg zwischen Wöbbelin und Dreenkrögen. Gleich hinter dem Ortseingangsschild  zeigen sich die ersten Spalten und fünfzig Meter weiter, direkt neben  den hohen  Linden, ziehen sich hochgeschossene  Rillen quer über die Fahrbahn. „Die Radfahrer fühlen sich nicht sicher“, sagt Viola Tonn. Letztes Jahr sei eine Frau mit Kind vorn im Kindersitz an genau dieser Stelle gestürzt. Und nun auch eine Frau, als sie am frühen Morgen im Dunkeln zur Arbeit radelte.

Lenker kippen zur Seite, Sachen fallen aus dem Korb. Wer hier nicht aufpasst, kann böse stürzen. Für Schnellfahrer werden die hohen Dellen  zu regelrechten Abflugrampen.

Im  Amt Ludwigslust-Land war man bis vor kurzem davon ausgegangen, der Radweg gehöre der Kommune. „Deshalb haben wir vor vier Jahren selber versucht, die Risse zu kitten. „Das war Flickwerk und eine kurzfristige Lösung“, sagt Viola Tonn. Heute sind die Dellen höher denn je. Genau wie in  Eldena oder Malliß entlang der B 191, wie zwischen Ludwigslust und Neustadt-Glewe,  Kummer und Warlow oder Techentin und Hornkaten. Überall zerstören Wurzelaufbrüche die Radwege.

In Wöbbelin hofft  Bürgermeisterin  Viola Tonn nun  auf  Hilfe vom Straßenbauamt. Doch so schnell wird daraus nichts. Denn laut Straßenbauamt hatte Wöbbelin auch dieses Jahr ohne Absprache dort bereits eine Erhaltungsmaßnahme geplant und sogar ausgeschrieben. „Wir erfuhren davon  erst, als die verkehrsrechtliche Anordnung beantragt wurde“, sagt Ministeriumssprecher Steffen Wehner. Offenbar war die Gemeinde jahrelang über die Zuständigkeiten falsch informiert gewesen. Der Radweg gehört dem Bund, also muss auch das Geld vom Bund kommen. „Weil der Bundeshaushalt  jährlich beschlossen wird, sind Instandsetzungsmaßnahmen mit einem Vorlauf von einem knappen Jahr einzuplanen“, sagt Weh-ner. „Da die Gemeinde aber ohne Rücksprache plante, konnte das Straßenbauamt keine notwendigen Mittel einplanen.“ Ob in Wöbbelin nun trotzdem schon nächstes Jahr ausgebessert wird, könne erst gesagt werden, wenn Klarheit über die  Mittel für das Haushaltsjahr 2016 bestehe. 

Bisher sind im Landkreis noch keine wurzelgeschädigten Radwege saniert worden, heißt es im Schweriner Straßenbauamt. Wurzelsperren, die ein Aufreißen der Decke verhindern sollen, werden beim Radwegneubau vom Straßenbauamt  erst seit Ende 2014 eingesetzt. So sei zum Beispiel der Radweg zwischen Wöbbelin Höhe Funkturm und der A 14-Brücke Richtung Neustadt-Glewe mit einer Kunststofffolie versehen worden, sagt Dr. Thorsten Uhlig vom Straßenbauamt.

Auch die Gemeinde Wöbbelin hatte eine Wurzelsperre mit Naturpflaster an den Gefahrenpunkten geplant. Viola Tonn: „Natürlich  sind wir froh, dass uns als  Gemeinde diese Investition nun erspart bleibt. Trotzdem wünschen  wir uns, dass Geld übrig bleibt und das Straßenbauamt ganz schnell sanieren kann. Sonst passieren hier bald die nächsten Unfälle.“

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