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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 17:01 Uhr

Malliss : Erst Abrissbirne, dann Solarpark?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Dietmar Sörgel lässt Alte Ziegelei abreißen. Neue Nutzung noch offen

von
erstellt am 13.Mai.2015 | 07:00 Uhr

Dicke Staubwolken über dem Industriegelände am Ziegeleikanal: Seit drei Wochen schieben Raupen Schuttberge zusammen, tragen Bagger die alten Werksgebäude ab. Nur noch der große Schornstein erinnert an die Alte Ziegelei. In drei Wochen wird auch der verschwunden sein. „Eine Ära geht zu Ende“, sagt Dietmar Sörgel. Der Chef vom Sörgel Forsthof in Grabow hat das 4,8 Hektar große Gelände am Kanal in diesem Jahr gekauft. „Wir haben nicht lange gewartet und ruckzuck mit dem Abriss begonnen“, sagt er. Fast täglich schaut der Forstunternehmer auf der Baustelle vorbei. „Wir wollten schnell handeln, um damit illegaler Müllentsorgung und Vandalismus vorzubeugen.“

Wie es auf dem Gelände weitergeht, ist noch offen. Möglich ist die Wiederaufnahme der Planungen für eine Solaranlage. Dafür hatten sich auch die Gemeindevertreter mehrheitlich auf ihrer Sitzung ausgesprochen. Das Hamburger Unternehmen Enerparc AG zeigt Interesse für den Bau und Betrieb des Solarparkes. „Noch ist aber nichts endgültig“, sagte Carsten Thurmann-Schulze gestern. „Wir stecken mitten im Genehmigungsprozess.“ Bereits vor zwei Jahren hatte eine Karlsruher Firma vor, auf dem Gelände eine Photovoltaikanlage zu bauen, den Plan dann aber wieder verworfen.

Dietmar Sörgel würde das Gelände gern an die Enerparc AG verpachten. „Das hat den Vorteil“, so Sörgel, „dass auch die Gemeinde davon profitiert, weil Steuereinnahmen fließen.“ Sollte es nicht zum Bau kommen, hat Sörgel auch einen Plan B: „Dann wird hier aufgeforstet.“

Anfang Juni wird die Elde-Ziegelei komplett verschwunden sein. An die 150-jährige Geschichte des Betriebes wird dann nur noch die Tongrube nebenan und der rostige Ziegelkahn auf dem Kanal erinnern. Carola Borchers von der Gemeindevertretung, wird auch weiterhin Führungen dorthin anbieten. „Das Interesse ist ungebrochen“, sagt sie. „Auch Hamburger kommen gern hierher. Zur Wiege ihrer Speicherstadt.“ Die ist nämlich zum großen Teil mit Ziegeln aus Malliß gebaut worden.

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