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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 00:20 Uhr

Ludwigslust : Ernte der Gerste fällt ins Wasser

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landwirten des Altkreises Ludwigslust drohen starke finanzielle Verluste

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Vor zwei Wochen zeigte sich Nicole Gottschall bezüglich der beginnenden Gerstenernte im Altkreis Ludwigslust noch optimistisch. Doch jetzt, nach tagelangem Regen und kaum Sonnenstunden, ist die Stimmung der Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust gedrückt. „Die Gerste wird plattgedrückt und selbst die schweren Maschinen kommen nicht auf die Felder. Darunter leidet die Qualität und das bedeutet finanzielle Einbußen für die Landwirte“, so das vernichtende Urteil von Gottschall. Und auch die Wetterprognose der kommenden Tage kann an dieser Tatsache nichts ändern.

Fast täglich ist Nicole Gottschall mit den Landwirten des Altkreises Ludwigslust in Kontakt, fährt oft raus, um sich ein eigenes Bild vor Ort zu machen. Und dieses Bild ist zur Zeit auf fast allen Feldern dasselbe. „Das Wasser steht auf den Flächen, der Boden ist matschig und nahezu unbefahrbar. Außerdem ist das Getreide vom ständigen Niederschlag plattgedrückt“, beschreibt Gottschall. Dieses Getreide nennt man in dem Fall Lagergetreide und das bedeute finanzielle Verluste für die Landwirte. Einige große Betriebe haben für diese Fälle eine eigene Trocknung auf dem Hof, doch auch das ermöglicht ihnen nur einen minimalen Spielraum, wie Nicole Gottschall erklärt.

Im Juni und Juli dieses Jahres hat es bisher doppelt so viel geregnet wie im Vorjahr. Dass es schon einmal so schlecht um die Gerstenernte stand, ist Nicole Gottschall in ihrer bisherigen Amtszeit noch nicht passiert. „Und auch die Landwirte können sich an solche extremen Umstände nicht erinnern“, so die Geschäftsführerin. Mit Stand vom 18. Juli wurden in ganz Mecklenburg-Vorpommern bisher nur 45 bis 50 Prozent der Gerstenernte gedroschen, viel zu wenig im Gegensatz zu den Vorjahren. Zwar läuft die Gerstenernte noch einige Wochen, doch die Prognosen spezieller Agrarwetter-Seiten versprechen keine Besserung.

Mitte August beginnt dann die Erntezeit des Weizens. Dafür will Nicole Gottschall jetzt noch keine Prognose abgeben. „Aber fest steht: Jeder Niederschlag ist jetzt zu viel, egal für welche Getreidesorte.“

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