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Lichtkunst in Dömitz : Erleuchtung auf der Durchreise

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Auf Weg nach Lüneburg verguckt sich der Berliner Lichtkünstler Dietrich Burmeister in die Stadt Dömitz

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2017 | 12:00 Uhr

Dömitz Golden Amber Orange. Für Dietrich Burmeister ist die Lichtfarbe das Nonplusultra. Mit ihr hat er im Dezember die Johanneskirche zum Strahlen gebracht und viele Dömitzer zum Staunen. Nicht nur außen leuchtete der Backstein in warmen Farben, warfen Strahler schwungvolle Schatten über die Fensterbögen. Auch innen tauchte der Lichtkünstler den Kirchenraum in spektakuläres violettes Licht. Zwei Tage hatte Burmeister dafür Strahler ausgerichtet, Kabel gezogen, Verteilerkästen  aufgestellt... Das alles für fünf Stunden Lichtzauber mitten in der Stadt. „Ich habe das total gern gemacht“, sagt er. Bei allem Aufwand sei es immer ein „sehr dankbarer Job, weil die Menschen sich freuen und das Licht eine tolle warme Atmosphäre schafft.“

Der Berliner Lichtkünstler ist erst im Herbst nach Dömitz gezogen. „Ich habe mich vor ein paar Jahren auf der Durchreise  in diese Stadt verguckt“, sagt er. „Eigentlich wollte ich nur mit dem Auto zu meinen Eltern in die  Lüneburger Heide. Aber dann stand ich plötzlich in der Straße Am Wall  und  bin  ausgestiegen, weil es so schön  war.“  Er mag das Unverbaute, das Ursprüngliche, die Nähe zum Fluss und irgendwie auch die Morbidität der Stadt. „Das alles macht Dömitz charmant. Die Stadt hat viel Potenzial und ich hoffe, dass sie sich weiter entwickelt.“

Noch lagern Burmeisters Strahler, LED-Scheinwerfer, Floorspots, Beamer, Leuchtröhren, die  Lasertechnik  und die Installationen in  Berlin, wo er  die letzten Jahrzehnte gelebt hat. Studiert hat der heute 63-Jährige  in Hamburg. Erst Soziologie, dann  wechselte er für ein paar Semester  Meteorologie nach Berlin bevor er vom Studentenwerk  einen Aushilfsjob am Theater vermittelt bekam. An der Schaubühne übernahm er eine  Statistenrolle in Shakespeares Macbeth. „Die Regieassistentin war damals mit dem Beleuchter liiert und so durfte ich auch dort aushelfen“, erinnert sich  Burmeister. „Und dann  endlich habe ich das gefunden, was ich immer machen wollte.“ Erst arbeitet er als Beleuchter für das  Theater am Ku’damm, für die Schaubühne und die Freie Volksbühne, später für Musicals, wie „Space Dream“, „Herr der Ringe“ und „Shakespeare and Rock ’n’ Roll“. Für die Eventagentur Twilight reist er um die ganze Welt. Im Oman setzt er  Schlösser für Firmenfeiern ins richtige Licht, in Berlin  beleuchtet er ein altes Schwimmbad, in Duisburg  eine Zeche,  in der Schweiz  Eislandschaften für eine Bühnenshow von DJ Ötzi. 

Auch von  Dömitz aus will Burmeister  weiter  als freiberuflicher Lichtdesigner unterwegs sein und künstlerisch mit Licht und Farben arbeiten. Natürlich hat er auch für die Stadt an der Elbe viele Ideen im Kopf. Laserstrahlen von der Hafengastronomie quer über die Elbe,  neuer Fassadenglanz für die Dömitzer  Festung oder  eine Lichtinstallation an der  alten Eisenbahnbrücke auf den Elbwiesen. Dietrich Burmeister: „Klingt alles  toll und spannend  - liegt aber noch in weiter Ferne...“

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