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Zeitzeugen vergangener Dömitzer Tage : Erinnerungsfoto die Namen geben

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Zwei Männer hatten am Adventssonntag nur ein Thema: Das Hochwasser 1947 in Dömitz. Hans-Joachim Steinkrug und Gerd Jansen hielten stumme Zeitzeugen vergangener Dömitzer Tage in ihren Händen.

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2012 | 10:20 Uhr

DÖMITZ | Zwei Männer sitzen am Adventssonntag am Kaffeetisch und haben nur ein Thema. Nicht das landläufig vermutete Männergespräch über die Verlockungen der Weiblichkeit. Nein, sie sprechen über Fotos, alte Aufnahmen vom Hochwasser 1947 in Dömitz und über die wohl letzten Verkäuferinnen des Dömitzer Kaufhauses zu DDR-Zeiten. Die Vergrößerung des Fotos in den Händen, fragt der Wahl-Dömitzer Gerd Jansen den gebürtigen Dömitzer Hans-Joachim Steinkrug, ob er vielleicht eine der Frauen mit Namen kenne. Es beginnt ein lebhaftes Gespräch über Zeiten, an die sich nur noch wenige Dömitzer erinnern können - doch Namen ergeben sich keine.

Eigentlich ist Hans-Joachim Steinkrug auch kein waschechter, also gebürtiger Dömitzer. Als Junge war seine Familie aus dem heutigen Polen geflohen, strandete im mecklenburgischen Schloss Rattey, wo er auch aufwuchs. Von dort schickte ihn die ehemalige Grenztruppe der DDR nach Dömitz zum Dienst bei der Bootsgruppe. Trotz Wachdienst auf der Elbe blieb Zeit sich nach den Mädchen der Stadt bei Tanzveranstaltungen im Kulturhaus umzusehen. "Und wir von der Bootsgruppe waren gefragte Tanzpartner, was den grünen Kameraden gar nicht schmeckte. Und es blieb ja auch nicht ohne erfreuliche Folgen für mich", schmunzelt Steinkrug alten Erinnerungen hinterher. Der Grenzsoldat heiratete die Schifferstochter der Familie Schmidt, Am Wall 6, wo er heute wieder mit seiner Ehefrau Irmgard lebt.

Viele Jahre lebte Steinkrug nach seinem Armeedienst mit seiner Familie der Arbeit wegen in der Nähe von Eisenhüttenstadt. Als er dann im Jahre 2000 wieder ins Haus seiner Schwiegereltern zog, lernten die Steinkrugs die Enkel vom ehemaligen Geschäft "Foto-Früh" kennen. In den Sammlungen vom Fotografen Grimm fand sich dann das Fotoalbum über das Elbe-Hochwasser von 1947, fein säuberlich eingeklebt und handschriftlich exakt beschrieben. Aufnahmen als stumme Dokumentation.

Gerd Jansen kam hingegen durch einen Freund aus Hattingen im Ruhrpott zu Fotos von dieser Flut. Der hatte die umfangreiche Sammlung über E-bay erstanden und überließ sie dann Jansen.

Wer Angaben zu den Fotografierten geben kann, wird gebeten eine entsprechende E-Mail an: ludwigslust@svz.de zu senden.

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