Karenz : Erinnerungen wachhalten

Diese Karenzer Frauen haben dem Chroniknachmittag ein Gesicht gegeben: Elfriede Helm, Uta Möller, Corinna Dröge und Inge Grevsmühl (v.l.).
Diese Karenzer Frauen haben dem Chroniknachmittag ein Gesicht gegeben: Elfriede Helm, Uta Möller, Corinna Dröge und Inge Grevsmühl (v.l.).

Die Karenzer stellten bei einem Chroniknachmittag ihre Festschrift zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes vor

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02. März 2020, 05:00 Uhr

In Gelb-Rot-Blau hängt sie da und fast 80 Jahre ist sie alt: die Fahne des Männergesangsvereins. Den gibt es schon lange nicht mehr, aber einige Karenzer erinnern sich noch. Ein Schätzchen aus alten Zeiten. „Eine Überraschung“, wie Bürgermeisterin Birgit Eckhard-Hönig einige mehr im Kulturraum in Karenz ausgelegt und aufgehängt hat. Denn die Karenzer feierten am Sonntag ihren „Chroniknachmittag“, eine Veranstaltung zum 750-jährigen Dorfjubiläum.

Obwohl – eine Chronik ist es nicht, die Verleger Reinhard Thon aus Schwerin in 100 druckfrischen Exemplaren mitgebracht hat. „Da haben wir uns bewusst dagegen entschieden“, so die Bürgermeisterin. Es ist eine Festschrift. „Mit Geschichten von Leuten, die hier leben und lebten. Sie erzählt davon, was ihnen wichtig war und was sie erlebt haben“, erklärt Uta Möller. Auf insgesamt 64 Seiten haben zwölf Karenzer ihre Erinnerungen zusammengetragen. Herausgekommen sind 28 Geschichten, um diese Erinnerungen wachzuhalten. Angefangen von den ehemaligen Gewerken und Kneipen hin zu Reiterhof, Feuerwehr und der Geschichte des derzeit geschlossenen Konsums in der Gemeinde.

Neben dem Verkauf der Festschrift wurden die Karenzer, die sich im Kulturraum mehr als zahlreich eingefunden hatten, mit Plattschnack und Anekdoten unterhalten – inklusive Diashow.

Unter den Autoren war auch die Schwerinerin Erika Fischer, die ihre Kindertage in Karenz verbrachte, ihre Schwester lebte bis vor kurzem dort. „Es war ihr ein Herzenswunsch, die ,Karenzer Geschichten’, die ihr der Vater einst als Kind erzählt hatte, in Karenz vorzutragen“, verrät Birgit Eckhard-Hönig.

Ebenfalls ein Karenzer Original ist Elfriede Helm: „Du hast ein gutes Plattdeutsch, hat man mir gesagt, mach doch mal. Und da hab’ ich mir ’nen Kop gemacht.“ Heraus kam ein Vortrag über den „maulfaulen, sturen und landtörschen“ Mecklenburger, die Griesen, die Bedeutung der Landesfarben nach Meinung böser Zungen. Sehr zum Vergnügen der Anwesenden. Ebenso wie Corinna Dörge, die frei nach Christel Schulz Verse über die Mühen der Rübenpflege aus ihrer Kindheit und wie man dem Unkraut zu Leibe rückte, recht unterhaltsam vortrug.

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