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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 14:09 Uhr

Dömitz : Erinnerung an Gänsehaut-Moment

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Als Zeichen der Verbundenheit überqueren jedes Jahr am 18. Dezember Politiker und Straßenbauer die „Brücke der Einheit“ zu Fuß

svz.de von
erstellt am 19.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Dömitz Frostig war es an jenem 18. Dezember 1992. Tausende Menschen strömten von Ost und West auf die Brücke. „Der eiskalte Wind pfiff uns ordentlich um die Ohren“, erinnert sich Hans Dietrich Schrodt, damals Projektleiter auf der Großbaustelle. Kurz vor 14 Uhr hatten Bundesverkehrsminister Günther Krause und Ministerpräsident Berndt Seite an jenem Freitag auf der Fahrbahn unter großem Jubel zur Schere gegriffen und den Weg freigegeben über die „Brücke der Einheit“.  Es war die  erste nach der Wiedervereinigung gebaute Brücke über die Elbe.

Seit jenem historischen Moment  treffen sich Hans Dietrich Schrodt und viele andere aus dem Baustellen-Stab von damals jedes Jahr am 18. Dezember am Ufer der Elbe. Genau dort, wo früher die Baustellencontainer standen, stellt Schrodt eine Mecklenburger  und eine Niedersächsische Fahne auf. „Dieser Tag ist für uns alle ein ganz besonderer“, sagte er auch gestern. „Jeder von uns verbindet so viele persönliche Erinnerungen mit diesem Brückenbau.“ So hatte Schrodt, damals Baudezernent in Lüneburg, nach Feierabend am Tag des ersten Rammschlages für die Brücke zum gemeinsamen Boßeln auf dem Deichweg vor der Brückenauffahrt eingeladen. „Wir alle haben so wunderbar  zusammengearbeitet“, erinnert sich auch der ehemalige Dömitzer Bürgermeister Robert Neumann. „Ossis und Wessis haben bei uns von Anfang an überhaupt keine Rolle gespielt. Wir hatten eine Aufgabe und die sind wir gemeinsam angegangen.“

Im Oktober 1990 war mit dem Abriss der alten Brückenruine begonnen worden. Eine riskante Aufgabe, denn von der Brücke gab es keinerlei  Pläne und Unterlagen. „Wir wussten nicht, ob und wo die Brücke vermint war“, so Schrodt.  Beim Bau stießen die Arbeiter dann tatsächlich auf Sprengstoff, den die Deutschen kurz vor Kriegsende in einem der alten Brückenstrompfeiler  deponierten.  

Heiko Bäuch, Vielanks stellvertretender Bürgermeister, war 24 Jahre alt, als die Brücke gebaut wurde. „Ich war damals so oft hier und habe Fotos und Videos gemacht. Das war ein Riesenereignis.“ Noch heute staunt Bäuch über das Bautempo. „Das ging rasant und völlig unkompliziert. Ohne Vögel zu zählen oder Wasserstände  zu messen.“ Schon im Mai 1992 wurde der Stahlbogen aufgesetzt. Und nur sieben Monate später, am 18. Dezember, liefen über 5000 Menschen  über die Brücke.

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