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Ludwigsluster Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:02 Uhr

Ludwigslust : Erinnern gegen das Vergessen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kranzniederlegung und Filmvorführung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in Ludwigslust

svz.de von
erstellt am 27.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Vor 21 Jahren legte der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus fest. Seitdem wird an diesem Tag im Januar auch in Ludwigslust der Opfer gedacht. An der Gedenkstätte am Bassin, wo 200 Opfer des KZ Wöbbelin im Mai 1945 auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden bestattet wurden, trafen sich Überlebende, Angehörige, Schüler und andere Bürger der Stadt Ludwigslust, um an die Opfer zu erinnern.

Jürgen Rades eröffnete stellvertretend für Bürgermeister Reinhard Mach die Gedenkveranstaltung, die vom Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. organisiert wurde. In seiner Rede appellierte er besonders an die jüngeren Generationen, Lehren aus der Geschichte zu ziehen, um Bestrebungen einer neuen Gewaltherrschaft entgegenwirken zu können. Damit nahm der 1. Stellvertreter des Bürgermeisters direkten Bezug auf die Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke, in der die Aufarbeitung des Nationalsozialismus kritisiert wurde. „Die Geschichte muss die Voraussetzung für unsere Gegenwart sein“, erklärte Jürgen Rades abschließend.

An der Gedenkveranstaltung nahmen traditionell auch wieder Schüler der Regionalen Schule „Peter Joseph Lenné“ in Ludwigslust teil. Lehrerin Katrin Rössler und die Schüler der 8. Klasse legten während der Veranstaltung weiße Rosen auf den Stufen des Denkmals nieder. „Ich habe über den Kreistag von der Gedenkfeier erfahren und ich denke, dass das ein sehr wichtiges Thema für unsere Schüler ist“, erklärt Katrin Rössler. Bereits im Unterricht wurde der Roman „Der Junge im gestreiften Pyjama“ des irischen Autors John Boyne behandelt, der von der Freundschaft zwischen einem Kommandaten-Sohn und einem jüdischen Jungen in einem Konzentrationslager erzählt. „Wir werden das Thema weiterhin im Unterricht behandeln. Die Schüler müssen auch mit diesem Teil der deutschen Geschichte klar kommen“, so Katrin Rössler.

Nachdem die zahlreichen Gäste Kränze und Blumen in Gedenken an die Opfer niedergelegt hatten, meldete sich ein Ehrengast der Feier zu Wort. Natan Grossmann, Überlebender des Ghettos Lodz, der Konzentrationslager Auschwitz, Braunschweig-Schillstr., Ravensbrück und Wöbbelin wurde am 2. Mai 1945 von den Amerikanern in Ludwigslust befreit. Auch er richtete klare Worte an die Gäste. „Heute ist das ein anderes Deutschland. Und wir müssen dafür sorgen, dass so etwas Furchtbares nie wieder passiert“, erklärt der 89-Jährige.

Natan Grossmann spielt außerdem eine tragende Rolle in dem Dokumentarfilm „Linie 41“, der im Anschluss an die Gedenkfeier im Luna Filmtheater gezeigt wurde. Auch die Regisseurin Tanja Cummings nahm an der Veranstaltung teil.

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