Ludwigslust : Erhalt der „Remise“ im Blickpunkt

Das Großherzoglich-Mecklenburgische Hof- und Hauptpostamt im Vordergrund gibt es heute nicht mehr. Es wurde durch die jetzige alte Post ersetzt. Im Hintergrund sieht man den Pferdestall, der, später umgebaut, schon damals zum Ludwigsluster Stadtbild gehörte. Repro: Eigentum Horst Hintze
Das Großherzoglich-Mecklenburgische Hof- und Hauptpostamt im Vordergrund gibt es heute nicht mehr. Es wurde durch die jetzige alte Post ersetzt. Im Hintergrund sieht man den Pferdestall, der, später umgebaut, schon damals zum Ludwigsluster Stadtbild gehörte. Repro: Eigentum Horst Hintze

Ludwigsluster Stadtvertretung soll am Mittwoch über Zukunft des Gebäudes hinter der frisch sanierten alten Post entscheiden

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09. Dezember 2014, 07:00 Uhr

„Komplettabbruch Stallgebäude Schlossstraße 41“ lautet ein Tagesordnungspunkt auf der öffentlichen Sitzung der Ludwigsluster Stadtvertretung am morgigen Mittwoch. Hinter dieser Adresse verbirgt sich das Stallgebäude der früheren Posthalterei, in letzter Zeit unter dem Namen „Remise“ in das Blickfeld der Öffentlichkeit gelangt. Gegen die von der Stadt geplante Maßnahme regte sich schon eine ganze Weile Widerstand, der sich kurz vor der Entscheidung noch einmal verstärkt hat. Architekt Norbert Ertner findet es besonders schlimm, dass für das Vorhaben auch noch Städtebaufördermittel eingesetzt werden sollen.

Unterstützung erhält er von Stadtvertreter Jörg Hintze (Alternative für Ludwigslust). Dieser hatte bereits mehrfach das Vorhaben der Stadt kritisiert. Nach Ertners Ansicht besteht gegenwärtig keine Eile, das Gebäude abzureißen. „Es wäre sinnvoll, die Ludwigsluster zu befragen, was aus dem Haus werden soll. In der Stadt gibt es zum Beispiel nicht genügend Möglichkeiten für Ausstellungen. Wenn erstmal abgerissen ist, kommt da nichts Neues mehr hin“, sagt Norbert Ertner. „Architekten und Stadtplaner hätten genügend Stoff, etwas zu entwickeln.“ Auch das Konzept, lediglich eine Mauer stehen zu lassen, sei überholt. Durch den jetzt gezogenen Zaun und die Bepflanzung sei die Nutzung des Elements als Kulisse für Veranstaltungen nicht mehr möglich.

Die Stadt hat das erklärte Ziel, attraktiven Wohnraum in Innenstadtnähe zu schaffen. Der ehemalige Pferdestall steht dabei im Wege. Die Verwaltung führt die Auffassung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege ins Feld: „Aufgrund der umfangreichen Umbauten am Pferdestall hat sich nur ein geringfügiger Teil historischer Bausubstanz erhalten“, heißt es dort. Dies würde nicht ausreichen, die Denkmalwürdigkeit zu begründen. Die Gegner des Vorhabens sehen das hingegen ganz anders. Es sei kein nebensächliches Gebäude, sondern erinnere an die Tradition der Post in Ludwigslust.

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