zur Navigation springen

Neustadt-Glewe : Erdwärme investiert Viertelmillion

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Neustädter Unternehmen will 2015 weitere Straßen an das Netz anschließen und hofft auf entsprechende Entscheidungen

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Für die Stadt ist es praktisch ein Juwel: Thermalwasser, das aus rund 2450 Meter Tiefe gepumpt wird und inzwischen weit über 1300 Wohnungen (70 Prozent der Einwohner) sowie mehrere Gewerbeunternehmen Neustadt-Glewes mit Wärme versorgt. Die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH, die ihren Betrieb Mitte der 90-er Jahre aufnahm, trägt mit der fast völlig kohlendioxidfreien Wärmeproduktion dazu bei, Neustadt-Glewe dem erklärten Ziel einer CO2-neutralen Stadt näher zu kommen.

„Der Erdwärme geht es gut und sie hat ein ordentliches Jahr 2014 hinter sich gebracht“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Christian Rosenkranz auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter. Im vergangenen Jahr seien 256  000 Euro in die Erdwärme GmbH investiert worden, darunter 160  000 Euro in die Anschaffung eines Blockheizkraftwerks im Heizwerk. Damit spart das Unternehmen jetzt pro Jahr 50  000 Euro Stromkosten.

Für 2015 sind Investitionen in etwa der gleichen Größenordnung geplant, nämlich von ebenfalls über 250  000 Euro. Rosenkranz räumte ein, dass im Vorjahr nicht alle Ziele erreicht worden seien. „Wir haben nicht alle die Investitionen umsetzen können, die wir umsetzen wollten“, betont Christian Rosenkranz. So sei beispielsweise die Liebssiedlung nicht, wie eigentlich geplant, an das Erdwärmenetz angeschlossen worden. Hintergrund: Um die Erdwärme rentabel zu gestalten, müssten in einer Straße mindestens 60 Prozent der Anlieger angeschlossen werden. Rosenkranz: „Das ist in der Liebssiedlung nicht passiert. Die Mehrzahl der Anwohner hat Nein gesagt. Keine 15 Prozent waren für den Anschluss. Dabei wäre es für die Einwohner wie auch die CO2-neutrale Entwicklung interessant gewesen. Aber wir bleiben dran. Vielleicht ändert sich die Meinung ja.“

Denn die Vorteile liegen auf der Hand. Neben der Umwelt profitieren auch Anwohner und Unternehmen finanziell von der Erdwärme. Je nach Wärmedämmung können bei einem Einfamilienhaus mittelfristig bis zu 25 Prozent gegenüber fossilen Brennstoffen gespart werden. Natürlich hängt es auch von der Witterung ab, welche Wärmeleistung im jeweiligen Jahr erreicht wird. Hier war von dem Jahr 2013 (12,89 MW Wärmeleistung in der Abnahme) auf 2014 (11 MW) ein Rückgang zu verzeichnen. Grund dafür war das sehr warme Wetter ohne strengen Winter. Auch die wirksame Wärmedämmung vieler Gebäude trägt dazu bei, die Wärmeleistung in der Abnahme zu senken.

Die Erdwärme Neustadt-Glewe GmbH stellt sich bis zum Jahre 2020 weitere ehrgeizige Ziele. So sollen die Brauereistraße und die Wabeler Straße an das Netz angeschlossen werden. Ebenso auf dem Plan: die Wasserstraße nördlich der Breitscheidstraße, die Kronskamper Straße bis zum Kreisverkehr am See sowie der Bereich Kuhdrift, Eschenweg und Parchimer Straße. „Die Parchimer Straße kann nur mit Erdwärme erschlossen werden, wenn das Baugebiet Kuhdrift III erschlossen wird, da von dort aus die Parchimer Straße erreicht wird“, sagt Rosenkranz. „Solange die Stadtvertretung jedoch keine Entscheidung zur Erschließung des Baugebietes Kuhdrift III getroffen hat, wird diese Investition der Erdwärme zurückgestellt. Seit zwei Jahren warten wir auf eine verbindliche Aussage und hoffen, dass es noch 2015 passiert“, so Rosenkranz.

Weitere Informationen über das Thema „Erdwärme“ in Neustadt-Glewe unter: www.erdwaerme-neustadt-glewe.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen