Dömitz : Er bringt Leben auf die Festung

Martin Larsen – hier in seinem Musik-Café „martins“ – bringt in diesem Sommer wieder drei Konzerte auf die Festung.
Martin Larsen – hier in seinem Musik-Café „martins“ – bringt in diesem Sommer wieder drei Konzerte auf die Festung.

Martin Larsen holt nach Pause wieder Events auf die inzwischen überdachte Freilichtbühne / Am heutigen Sonnabend geht es mit „Kneipenterroristen“ los

neumann_neu.jpg von
09. Juni 2017, 10:52 Uhr

Seit rund zwei Jahren gibt es die lange ersehnte Überdachung für die Freilichtbühne. Mehr Musiker und Konzertbesucher haben sich dennoch nicht auf die Festung verirrt. Im Gegenteil. Wahrscheinlich waren es sogar weniger Events als in den Jahren zuvor. Doch das könnte sich jetzt ändern. Der Dömitzer Martin Larsen kehrt nach einer Pause in diesem Sommer mit drei Veranstaltungen auf das geschichtsträchtige Gelände zurück. Am heutigen Sonnabend geht es mit den „Kneipenterroristen“ los.

Zwölf Jahre lang hatte Martin Larsen, der seit 2000 in Dömitz lebt, Konzerte auf der Festung veranstaltet. Doch als die Stadt die Nutzungsgebühren deutlich anhob, zog er sich zurück. „Für das, was man dort geboten bekommt, kostete die Festung zu viel“, so der 67-Jährige. „Ich habe dort nur die Bühne, kein Produktionsbüro, keinen Aufnahmeraum, keine Toiletten.“ Und so ging er mit seinen Events stattdessen ins „Verdo“ nach Hitzacker. Doch schon im vergangenen Herbst kündigte er an, dass er sich eine Rückkehr vorstellen kann. „Die Festung ist das Juwel der Stadt, auch wenn sie finanziell ein Klotz am Bein ist“, begründet er. Und tatsächlich konnte er sich mit der Stadt einigen – „so dass beide Seiten damit leben können“. Dömitz sei eben nicht Hamburg.

Das erste Konzert gibt es heute Abend. Die „Böhse-Onkelz“-Tribute-Band „Kneipenterroristen“ kommt mit „Onkelz“-Songs und eigenen Titeln. Mit ihrem Album „Schneller Lauter Härter“ sind sie gerade in die deutschen Album-Charts eingestiegen und dort auf Platz 21. Im Support spielen „Die Bonkers“ aus Rostock.

Eine Woche später, am 17. Juni, spielt dann eine ganz andere Musik – beim Elektronischen Festungs-Open Air. Headliner ist House-Musik-Legende Boris Dlugosch. Außerdem mit dabei sind u.a. die DJs Daniel Ledwa und Karl Kirschmayer. „Und ,Land und Leute’ aus Malliß. Sie sind in der Region bekannt und haben ihre Fangemeinde“, so Martin Larsen. So ungewöhnlich, wie es erscheinen mag, ist Larsens Ausflug in die elektronische Musik nicht. Als es in den 1980er-Jahren mit der Techno-Musik losging, hatte er in Hamburg einen Plattenladen auf dem Kiez und hat große House- und Techno-Partys veranstaltet. „Und für viele DJ besorgte ich damals die Platten, die ich in Containern aus Amerika rüberschleppte“, erzählt der 67-Jährige. Daraus entwickelte sich schließlich auch der Name seines Anfang der 1990er-Jahre gegründeten Tonstudios und Labels „Container Records“, das Techno produzierte. Dadurch lernte er auch Boris Dlugosch kennen. Um das Elektronische Festungs-Open Air auf die Beine zu stellen, holte er sich mit Daniel Ledwa einen Spezialisten ins Boot. Er selbst habe in den Jahren den Kontakt zur Szene etwas verloren.

Zu seiner dritten Veranstaltung auf der Festung in diesem Sommer kommen dann keine Unbekannten. Die „Rammstein“-Coverband „Feuerengel“ ließ ihren martialischen Sound schon vor zwei Jahren in Dömitz erklingen – vor knapp 1000 Besuchern. Und auch jetzt sind schon einige Hundert Karten für das Konzert am 29. Juli verkauft.

Martin Larsen könnte sich für die Festung noch viel mehr vorstellen, auch Jazz oder Klassik. Als er vor ein paar Jahren mit einem Partner ein Konzept entwickelt hatte, um die Festung den ganzen Sommer über zu bespielen und kulturell zu vermarkten, habe er selbst zu den Festspielen MV schon Kontakt aufgenommen. Doch es kam damals zu keiner Einigung mit der Stadt.

Für die Party mit den „Kneipenterroristen“ sieht die Wettervorhersage noch gut aus. Doch selbst wenn es ein paar Tropfen regnen sollte – die Freilichtbühne hat ja ein Dach. Dank des Vereins „Leben und Kultur“ (LuK) Dömitz, der nicht nur die Idee für die Überdachung entwickelt hatte, sondern auch rund 20 000 Euro zum Bau dazugab. Ein Stück Genugtuung im zehnten Jahr des Bestehens der Initiative.

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