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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 00:38 Uhr

Blievenstorf : Er baute Adebar ein neues Zuhause

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Andreas Mattern aus Blievenstorf baute ein Nest für den Storch und holte ihn so nun zurück ins Dorf

von
erstellt am 20.Jun.2017 | 07:00 Uhr

„Wir sind doch ein Mecklenburger Dorf. Und da gehört nun mal ein Storch hin“, sagt Andreas Mattern. Und nach vielen Jahren ist Adebar nun nach Blievenstorf zurück gekehrt. Weil er hier wohl endlich einen für ihn würdigen Horst vorgefunden hat.

Dabei gab es einst einen solchen im Dorf, unglücklicherweise aber auf einem alten hölzernen Strommasten. Der Storch jedenfalls räumte damals sein Nest öfter auf, warf überzählige Äste sowie Knüppel über Bord und direkt ins Stromkabel. Die dadurch verursachten Stromausfälle nervten offenbar und Adebar wurde des Platzes verwiesen.

„Ich habe damals noch nicht hier gewohnt, aber 20 Jahre lang war wohl danach kein Storch mehr hier“, so Andreas Mattern. „Man stellte zwar unmittelbar neben dem alten Standort einen neuen Mast auf und jedes Jahr landete hier auch ein Storch. Allerdings befand er den Platz wohl nie als würdig genug.“

Genau das wollte Andreas Mattern nun ändern. Vielleicht würde der Storch ja in Blievenstorf bleiben, wenn er einen schönen Horst vorfindet, dachte sich Mattern. Und so suchte der gelernte Architekt im Internet nach einer entsprechenden Bauanleitung, fand die auch auf einer Seite des Nabu und begann in seiner Garage mit dem Bau. Unterstützung gab’s vom Feuerwehrverein Blievenstorf e. V.

„Den Boden bildet eine Holzplattform von 1,30 Meter Durchmesser. Darauf entstand das Nest, dessen Außenwand Birkenzweige bilden, durch die ich zum Stabilisieren Drahtschlingen gezogen habe“, so Andreas Mattern. Zur „Inneneinrichtung“ gehören Holzwolle, Hackschnitzel und altes Heu. Schließlich „verzierte“ er den Horst noch mit weißer Kalkfarbe, die „Gebrauchsspuren“ vortäuschen sollten. Adebar vermutet so nämlich, das Nest sei schon mal benutzt worden und somit wohl annehmbar.

Schließlich war das Nest im April 2016 fertig und Mattern konnte es auf den rund 12 Meter hohen Mast setzen. Unterstützung leistete dabei die Wemag, die kostenlos ein Fahrzeug samt Hubbühne zur Verfügung stellte. „Voriges Jahr kam dann auch ein Storch, verschwand aber nach einer Woche wieder“, sagt Mattern.

Ganz anders in diesem Jahr: „Der Storch kam am 18. April, am 6. Mai dann sein Partner. Und ganz offensichtlich wird da oben nun gebrütet“, meint Andreas Mattern, der schon etwas stolz ist.

Bürgermeister Hans-Dieter Schult dankte seinem Stellvertreter auf der jüngsten Sitzung der Blievenstorfer Gemeindevertretung. „Er hat den Storch nach Blievenstorf zurück geholt“, so Bürgermeister Schult.

Offenbar gab es im Frühjahr Versuche anderer Störche, den Blievenstorfer Horst zu besetzen, doch der „Bewohner“ konnte sich behaupten. Hier kommt nun das Nachbardorf Brenz ins Spiel. Marcus Cravaak, ehrenamtlicher Storchenbetreuer aus Techentin, enthüllt: „Anhand des Ringes, den der Blievenstorfer Storch trägt, ist ersichtlich, dass er in den Vorjahren in Brenz gewesen ist. Möglicherweise ist er in diesem Jahr zu spät aus seinem Winterquartier gekommen und fand seinen Horst in Brenz besetzt vor.“

Was durchaus denkbar ist. Denn im Frühjahr hatten Brenzer Einwohner ihrerseits beobachtet, dass mindestens ein Storch vergeblich versucht hatte, im bereits besetzten Nest zu landen. Möglicherweise war es der Brenzer Storch, der nun sein Zuhause in Blievenstorf gefunden hat.

Allerdings könnte es noch eine weitere Erklärung für den „Wohnungswechsel“ geben. „Der Storch lebt heutzutage dicht am Menschen“, schmunzelt Storchen-Beobachter Friedrich Güritz aus Bresegard bei Eldena. „Da lernt er sozusagen vom Menschen und wechselt öfter mal den Wohnort – und manchmal auch die Frau.“

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