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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 03:07 Uhr

Kummer : Entspannt in die Stadt radeln

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Radweg zwischen Kummer und Mäthus offiziell freigegeben / Radfahrer fühlen sich an der B 5 endlich sicherer

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 14:14 Uhr

Normalerweise greifen Minister, Bürgermeister und Staatssekretäre zur Schere, wenn eine neue Straße oder ein neuer Weg eingeweiht werden soll. In Kummer zerschnitten gestern Nachmittag Kinder – zwölf Mädchen und Jungen der örtlichen Kindertagesstätte „Micky Maus“ – das schwarz-rot-goldene Flatterband und gaben damit den letzten Abschnitt des Radweges an der B 5 zwischen Kummer und Ludwigslust offiziell frei. „Vor allem für euch haben wir um diesen Radweg gekämpft“, sagte Ortsvorsteher Udo Jauert zu den Hortkindern. „Ich hoffe, dass ihr ihn sehr aktiv nutzt und im Sommer mit dem Fahrrad fahrt, wenn ihr später in Ludwigslust zur Schule geht.“

Genutzt wird der Radweg schon seit Wochen – nicht nur von Schulkindern. Gleich nachdem die Tragschicht eingebaut worden war, hatten Radler jeden Alters ihn in Besitz genommen. „Ich freue mich riesig über diesen Radweg, weil man jetzt wirklich entspannt und sicher nach Ludwigslust fahren kann“, sagte Wolfgang Meißner aus Kummer, der in der Stadt arbeitet. Der 65-Jährige hatte in den vergangenen Jahren auch schon andere Erfahrungen machen müssen. Zweimal sei er von Lkw, die sich trotz Gegenverkehrs an ihm vorbeidrängelten, in den Graben gedrängt worden. „Doch das ist jetzt zum Glück Geschichte.“

Wolfgang Meißner würde den Radweg am liebsten – zumindest symbolisch – „Udo-Jauert-Highway“ nennen. „Wenn sich Udo Jauert nicht unablässig für den Bau eingesetzt, immer wieder mit Grundstücksbesitzern und Behörden gesprochen hätte, dann hätten wir den Radweg bis heute nicht“, so Meißner. Natürlich habe es viele gegeben, die sich an Protesten beteiligt haben oder sogar im Fernsehen aufgetreten sind – aber der Ortsteilvorsteher sei der Motor gewesen.

Unter dem Motto „Der Weg ist unser Ziel“ hatten die Kummeraner vor einigen Jahren begonnen, für den Radweg zu kämpfen. 2007 waren die zwei erforderlichen Brücken gebaut worden, doch danach ging es nicht mehr weiter. Schließlich hatten im Vorjahr das Ludwigsluster Tageblatt und sogar Fernsehsender über die mit Steuergeldern gebauten, aber nutzlosen Brücken berichtet. Ob das dazu beigetragen hat, dass Bewegung in das Projekt gekommen ist, ist nicht sicher. Auf jeden Fall wurde im vergangenen Herbst der Abschnitt zwischen den Abzweigen Hornkaten und Mäthus gebaut, in diesem Frühjahr ging es zwischen dem Abzweig Mäthus und Kummer weiter.

Rund 360 000 Euro sind nach Angaben des Straßenbauamtes Schwerin in den jetzt vollendeten Abschnitt des Radweges geflossen. Für die bauausführende Firma MUT gab es gestern von vielen Seiten Lob. „Die Bauleute waren schnell und sehr kooperativ“, sagte Wolfgang Meißner. Auch Ingrid Lehmann aus Kummer fühlt sich nun sicherer beim Radfahren. „Ich bin mit dem Rad sogar schon zum Einkaufen nach Ludwigslust gefahren“, erzählte die 80-Jährige. Nach knapp anderthalb Stunden war sie zurück. „Schön, dass wir das noch erleben dürfen“, freute sich die Seniorin gestern bei der Einweihung.

Vollendet ist das Projekt aber noch nicht. Schließlich heißt es „Radweg Ludwigslust-Picher“. „Der Abschnitt zwischen Kummer und dem Abzweig Picher ist in Planung“, sagte Cornelia Theiß vom Straßenbauamt. Für eine Aussage, wann er gebaut wird, sei es aber noch zu früh. Auch in diesem Abschnitt gebe es wieder Probleme mit dem notwendigen Grunderwerb…


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