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Dömitz : Engel begleiten das künstlerische Schaffen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Malerin Silke Kowalski spricht von eigener erfüllender Ausstellung in Fritz-Reuter-Stadt

Silke Kowalski ist die Stille in Person, scheinbar schutzlos ohne Beistand und verlegen in sich gekehrt. Lässt der Betrachter sich auf ihre Bilder und Zeichnungen ein, dann „spricht“ die Malerin wie ein sprudelnder Quell über die Ausdrucksstärke ihres Schaffens unverblümt klar zum Menschen vor dem Bild. Das gilt unisono für ihre Malereien und die aktuellen Rohrfederzeichnungen, die Nachdenkliches, Heiterkeiten und Wunderliches bannten.

Die im mecklenburgischen Strachau an der Elbe lebende Künstlerin erhielt zur Ausstellungseröffnung in der Turmgalerie des Dömitzer Festungsmuseums reihenweise Gratulationen und liebe Worte, die sie herzlich entgegennahm. Doch die Kulturpreisträgerin des Landkreises Lüneburg gab den Dank weiter an ihren Mann Wolfgang, dem sie wie keinem anderen vertraut. Er baute seiner Frau deren erste Staffellage, die sie heute noch nutzt. Silke Kowalski konnte nicht umhin, und das mit der Betonung des von ihr ausgehenden Charismas, die stützende Hand bei vielen Ausstellungen, dem erkrankten Kunsterzieher Dr. Herbert Wilhelm aus Preten, zu danken.

Mit der Ausstellung in der Dömitzer Festung schließt sich ein Wunschkreis von Silke Kowalski, wie sie in ihrer Eröffnungsrede betonte. Die als Kriegskind 1943 geborene Pinnauerin besuchte später als junges Mädchen häufig die Dömitzer Festung, begeisterte sich an Fritz Reuter und dessen Schriften, besonders die Geschichte des Johann Schütt und dessen folgenschwere Verzweiflungstat mit der Mistgabel. Schon früh entstand das Bild vom „Engel mit der Forke“ in ihren Gedanken. Gestern konnte das Kunstwerk in der Turmgalerie besichtigt werden.

Wie in den frühen 1960er-Jahren der damals kühne Wunsch, einmal die Elbe überqueren zu können, erfüllte sich ebenso für das Mitglied der Akademie für Kunst und Design in Leipzig der Kindheitstraum eine richtige Malerin zu werden, wie auch das Verlangen, einmal in der Dömitzer Festung ausstellen zu dürfen.

Immer wieder Engel, imaginäre Kraft und Vertrauen spendende Wandler durch Zeit und Welten, Zeichnungen voller Symbolik, wie „Die Frau und der Zauberer“, aber auch Selbstbildnisse sind Inhalte der ausgestellten Werke, die noch bis zum kommenden 29. Oktober zu sehen sein werden.

So deutungsvoll wie ihre Bilder und Zeichnungen entstehen, so eindeutig ist die Antwort von Silke Kowalski auf die Frage, was sie von der Zuweisung von 1000 Asylbewerbern im 100 Seelendorf Sumte hält, das keine 30 Kilometer von Strachau entfernt liegt:

„Wir werden nicht gefragt, warum sollen wir darüber eine Meinung haben?“

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