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Ludwigsluster Tageblatt

16. Dezember 2017 | 14:10 Uhr

Conow : Endlich wieder in der Manege

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Der Circus „Zamunda“ gibt an den kommenden Wochenenden mehrere Vorstellungen in Conow. Damit geht eine längere Pause zu Ende.

von
erstellt am 06.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Morgens Schule in Dömitz, nachmittags Training in der Manege mit Hula-Hoop-Reifen, am Luftring und manchmal auch mit Shih-Tzu-Hündchen Lissi. Doch Cheyenne stört diese Doppelbelastung nicht. „Ich liebe den Zirkus und kann mir nichts Anderes vorstellen“, sagt die 15-Jährige, die im Alter von sieben Monaten ihren ersten Auftritt hatte – auf der Hand ihres Vaters stehend. Und so gab es sogar Tränen, als der Circus „Zamunda“ im vergangenen Jahr nicht auf Tournee gehen konnte. „Das war schon komisch“, sagt Cheyenne. Doch jetzt kann die 15-Jährige aufatmen: Circus „Zamunda“ startet zwar nicht zu einer Tournee, gibt aber von morgen bis zum 1. Juni an jedem Wochenende zwei Vorstellungen. Die Besucher sind ins rot-blaue Zirkuszelt eingeladen, das am Ortsrand von Conow aufgebaut wurde, wo sich seit ein paar Jahren das Winterquartier befindet. Für die Akrobaten, Feuerschlucker und Dompteure von „Zamunda“ beginnt eine Saison, in der sie gemeinsam mit dem Publikum das 25-jährige Jubiläum ihres Zirkusses feiern wollen. Die aber auch über die Zukunft des Familienbetriebes entscheiden könnte.

„Das vergangene Jahr haben wir genutzt, um alles auf Vordermann zu bringen, unseren Zirkus neu aufzustellen“, erklärt Kerstin Weißert. „Jetzt geben wir wieder Vorstellungen. Sämtliche Einnahmen bleiben im Zirkus, damit wir 2017 wieder auf Tournee gehen können.“ Besonders wichtige wäre dafür zum Beispiel eine Zugmaschine. Wenigstens sorgt der Mindestlohn im 15-Personen-Zirkus nicht noch für zusätzliche Probleme. „Wir gehören alle zu einer Familie. Alles Kinder, Schwiegerkinder und Enkel von Zirkusdirektor Waldemar Heilig“, erklärt Kerstin Weißert. „Mit Mitarbeitern, die man bezahlen muss, wäre ein so kleiner Zirkus nicht machbar.“ Mittlerweile hat die Familie zusätzliche Einnahmequellen gefunden und vermietet zum Beispiel den Zirkus – entweder ganz oder auch nur das Zelt. „Es wird eine spannende Saison. Wir hoffen, dass unsere Pläne aufgehen“, sagt Kerstin Weißert.

In der Manege trainieren inzwischen die nächsten Akrobaten: Miguel balanciert einen Stuhl auf seinem Kinn, Marcellino jongliert mit einem Lasso für die Cowboyshow, und Clown Bebbo, alias Ronny Heilig, läuft als Clown kreuz und quer. „Im Programm gibt es auch noch Drahtseil-Akrobatik, Bauchtänzer und Feuerschlucker und Dressuren mit Haustieren“, verrät Kerstin Weißert. Pferde und Tauben sind zum Beispiel dabei.

Schon vor den Vorstellungen, die um 16 Uhr beginnen, sind die Gäste auf dem Zirkusgelände in Conow willkommen. Die Kleinen können sich mit Streichelzoo, Ponyreiten und Hüpfburg die Zeit vertreiben. Und Waffeln naschen. „Aus selbst gemachtem Teig“, wie Cheyenne betont, die diesen gemeinsam mit Vanessa (19) zubereitet. „Bei uns packt jeder überall mit an“, erklärt Kerstin Weißert.

Doch in der Woche drückt Cheyenne dann wieder die Schulbank und das nun schon seit rund anderthalb Jahren durchgehend in ihrer Heimatschule. Ungewohnt. „Wenn wir auf Tournee sind, wechsle ich ja zweimal pro Woche die Schule“, so die 15-Jährige. Da hat der lange Aufenthalt in Conow sogar einen kleinen Vorteil gebracht. „Für die schulischen Leistungen ist es schon besser“, findet Mutter Viviana.

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