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Streit um die Protest-Plakate : Endlich Klarheit über Lewitz-Eichen?

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"Bitte laß mich stehen". So steht es auf den Protest-Transparenten, die seit zwei Wochen an 100 Bäumen am Störkanal hängen. Mitglieder des Lewitznetzwerk e. V. haben sie aufgehängt, wollen so die Lewitz-Eichen retten.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2013 | 05:50 Uhr

Neustadt-Glewe | "Bitte laß mich stehen". So steht es auf den Protest-Transparenten, die seit fast zwei Wochen an 100 Bäumen am Störkanal hängen. Mitglieder des Lewitznetzwerk e. V. haben die Banner aufgehängt, wollen so die Lewitz-Eichen retten. Denn sie befürchten, dass die Bäume der Dammsanierung am Störkanal zum Opfer fallen (SVZ berichtete). Jetzt gibt es sogar Streit um die Protest-Plakate. Ralf Ottmann vom Verein Lewitznetzwerk: "Das ist eine demokratische Meinungsäußerung unsererseits. Doch das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg (WSA) hat uns aufgefordert, die Plakate von den Bäumen zu entfernen."

WSA-Leiterin Bettina Kalytta: "Die Transparente hängen zum großen Teil an Bäumen, die laut Sanierungsplan stehen bleiben. Es ist deshalb nicht ganz fair, solche Plakate an diesen Bäumen zu befestigen, zumal wir gezeigt haben, welche Bäume betroffen sind. Zum anderen reagieren wir bei Anfragen generell restriktiv, wenn es darum gilt, Schilder an Wasserstraßen aufzustellen. Das gilt zum Beispiel für Gaststättenbesitzer oder Bäcker, die so auf ihre Geschäfte hinweisen wollen. Es geht für uns dabei um die Sicherheit der Sportbootfahrer. Wir werden im Moment aber nicht weiter auf sofortige Entfernung der Baum-Plakate bestehen, um die Lage nicht eskalieren zu lassen." Kalytta lässt aber keinen Zweifel, dass ihr Amt "zu gegebener Zeit freundliche Schreiben" verschicken und die Entfernung der Transparente verlangen wird.

Der Streit um die Transparente setzt nur die Auseinandersetzungen um die Lewitz-Eichen und die geplante Dammsanierung fort. Naturschützer hatten immer wieder Kritik an den geplanten Arbeiten geäußert, soweit aus ihrer Sicht Bäume und Tiere gefährdet sind.

Das Lewitznetzwerk hat für kommenden Freitag um 19.30 Uhr auf die Burg in Neustadt-Glewe eingeladen. Ralf Ottmann: "Von der Podiumsdiskussion erhoffen wir uns unter anderem Aufschlüsse darüber, wie im Planfeststellungsbeschluss artenschutzrechtliche Belange berücksichtigt wurden. Denn gesetzlicher Hochwasserschutz und Artenschutz müssen bei der geplanten Dammsanierung gleichermaßen berücksichtigt werden."

Laut Ottmann haben unter anderem die Leiterin des WSA, Vertreter des Landesjagdverbandes, von SPD, Die Linke und Bündnisgrünen sowie des BUND ihre Teilnahme zugesagt. "Wir erwarten vom WSA klare Aussagen über die geplante Dammsanierung und über alle uns interessierenden Fragen."

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung ihrerseits hat inzwischen ebenfalls zu einer Veranstaltung eingeladen. Am 25. Juni sollen die geplante Dammsanierung und der Planfeststellungsbeschluss erläutert werden. Dazu gibt es ab 16.30 Uhr eine Ortsbegehung (Treff vor Schloss Friedrichsmoor) und anschließend um 19 Uhr eine Bürgerversammlung im Kreistagssaal des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Putzlitzer Straße25, in Parchim.

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