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Ludwigsluster Tageblatt

19. Oktober 2017 | 11:21 Uhr

Malliss : Eltern für ein Wochenende

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schüler der Regionalen Schule Malliß nahmen am Projekt „Babybedenkzeit“ teil und sammelten viele Erfahrungen

Dem Kind die Flasche geben und die Windeln wechseln, mit ihm spazieren gehen und es abends ins Bett bringen – nur einige Aufgaben, die Mütter und Väter kleiner Kinder jeden Tag erledigen müssen. Wie anstrengend das sein kann, erlebten jetzt einige Schüler der 9. Klasse der Regionalen Schule in Malliß. Die Mädchen und Jungen absolvierten ein Elternpraktikum und kümmerten sich vier Tage lang um ein RealCare-Baby.

Behutsam halten die Schülerinnen und Schüler ihre Babys auf den Armen. Nur noch ein paar Minuten, dann ist das Elternpraktikum vorbei und die Babys werden abgeschaltet. Für knapp vier Tagen waren die sechs Mädchen und zwei Jungen Eltern. „Am ersten Tag war es sehr komisch, ein Baby bei mir zu haben. Da musste ich erstmal herausfinden, warum es schreit oder was es braucht“, erklärt die 14-jährige Anna, die das Praktikum gemeinsam mit ihrem Freund gemeistert hat. Bevor die Schüler „Eltern“ geworden sind, erhielten sie eine umfangreiche Schulung zum Umgang mit den Babys von Andrea Milkau. „Ohne dieses Seminar geht es nicht. Die Schüler müssen wissen, worauf sie sich einlassen“, erklärt die Mitarbeiterin des DRK Hagenow. In dem Seminar wurde den Schülern gezeigt, wie man die Babys richtig hält, wie man Windeln wechselt und richtig die Flasche gibt. Außerdem wurden allgemeine Themen wie Verhütung und Alkohol in der Schwangerschaft besprochen.

Auch zwei Jungs wagten in diesem Schuljahr das Experiment „Eltern auf Zeit“. Der 14-jährige Andre erhielt dabei viel Unterstützung von seiner Schwester. „Ich war zum Glück nicht ganz allein erziehend. Jetzt habe ich eine viel bessere Vorstellung davon, wie es ist, ein Kind zu haben. Und dass ich dafür definitiv noch viel zu jung bin“, erklärt der Schüler. Und genau diese Erkenntnis hat sich Jugendsozialarbeiterin Gerda Kolodziejek von diesem Projekt erhofft. „Theoretisch kann man Aufklärung immer gut rüberbringen. Aber durch dieses Projekt erleben die Schüler, wie es wirklich wäre, plötzlich ungewollt Eltern zu werden.“

Besonders die schlaflosen Nächte und das Schreien der Babys bereitete den Schülern Kopfzerbrechen. „Sonnabendnacht war es am schlimmsten, da hat sie einfach nicht aufgehört zu schreien. Deswegen freue ich mich heute am meisten auf eine ruhige Nacht“, erklärt Neele. Die Erfahrungen aus dem Elternpraktikum möchte die 16-Jährige aber trotzdem nicht missen. „Ich finde es mutig, dass die Schüler sich freiwillig für dieses Projekt gemeldet haben. So konnten sie ihre Grenzen und Schwächen austesten“, erklärt Andrea Milkau, die sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Elternpraktikums ist.

Für die Teilnahme am Projekt „Babybedenkzeit“ erhielten die Schüler ein Teilnahmezertifikat. Aber viel wichtiger ist für die Schüler die Erkenntnis, dass ein Baby das eigene Leben ganz schön auf den Kopf stellen kann.

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