Dömitz : „Elise“ liegt im Hafen fest

Die Fahrgastschiffe „Hilde“ und „Elise“ liegen im Hafen. Sie können wegen des Niedrigwassers derzeit nicht ablegen.
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Die Fahrgastschiffe „Hilde“ und „Elise“ liegen im Hafen. Sie können wegen des Niedrigwassers derzeit nicht ablegen.

Reederei Heckert musste Ausflugsschifffahrt auf der Elbe wegen des Niedrigwassers vorübergehend einstellen

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14. August 2015, 21:00 Uhr

Zwangspause für „Elise“ und „Hilde“ im Dömitzer Hafen: Wegen des Niedrigwassers der Elbe können die beiden Fahrgastschiffe der Reederei A. Heckert nicht mehr auf den Fluss hinausfahren. „Am vergangenen Sonntag mussten wir die Rundfahrten einstellen“, erklärte Andreas Heckert. „Wenn der Pegel in Dömitz unter 45 Zentimeter fällt, können wir es einfach nicht mehr verantworten.“ Die Fahrrinne sei zwar tiefer, aber nicht mehr tief genug für die Ausflugsschiffe mit ihrem Tiefgang von 80 Zentimetern.

Inzwischen ist der Pegel weiter gesunken. Gestern waren es nur noch 21 Zentimeter. Ein so extremes Niedrigwasser hat auch Walter Klamann wohl noch nicht erlebt. „Aber ich habe immer gesagt, dass die Elbe bezüglich des Wasserstandes ein extremes Spektrum zu bieten hat“, sagte der Ludwigsluster, der seit Jahrzehnten in der Wasserwirtschaft tätig ist. „Ich dachte allerdings, dass die von mir für möglich gehaltene Differenz von sieben Metern heutzutage ein bisschen übertrieben ist. Aber die Elbe hat sie nun erneut bestätigt.“ Zur Erinnerung: Während des Rekordhochwassers von 2013 war in Dömitz ein Pegelstand von 7,21 Metern erreicht worden.

Durch das Abfließen des Wassers ist am Elbufer unweit der Dömitzer Festung eine Landzunge zum Vorschein gekommen, die bei einigen Dömitzern Erinnerungen weckt. „Dort befand sich damals die Badeanstalt“, erzählte Christel Fuhrmann. „Für den von Holzstegen begrenzten Nichtschwimmerbereich war zuvor wahrscheinlich Sand aufgeschüttet worden.“ In der Badeanstalt hätten die Kinder damals auch ihre Schwimmausbildung erhalten, erklärte Jürgen Scharnweber, Leiter des Museums Festung Dömitz. „Mein Vater hat oft erzählt, dass er dort das Schwimmen gelernt hat.“

Während der Wasserstand in der Elbe seit Wochen sinkt, ist er in benachbarten Gewässern wie Löcknitz oder Floßgraben relativ konstant. Mit Hilfe von Wehren wird dafür gesorgt, dass das Wasser nicht abfließt. So hätte auch die Reederei Heckert mit „Elise“ und „Hilde“ in der Müritz-Elde-Wasserstraße fahren können – wenn die Schiffe dorthin gekommen wären. Aber der Wasserstand an der Schleuse war bereits zu niedrig. „Wir wollten solange wie möglich auf der Elbe fahren, weil viele Kunden eben Elbtouren gebucht hatten“, so Heckert. „Als die Havel abgesperrt wurde, fiel der Wasserstand von einem Tag auf den anderen um rund 20 Zentimeter. Da war es zu spät.“ Immerhin konnte er noch die Barkasse „Hecht“ in die Müritz-Elde-Wasserstraße bringen, um Rundfahrten auf der Elde anzubieten. Doch sie ist viel kleiner als die beiden großen „Schwestern“. Und so musste die Reederei einige Veranstaltungen und Feiern, Hochzeiten, Silberhochzeiten und das „Schlagerschiff“ schweren Herzens absagen.

Jetzt schaut Andreas Heckert sehnsuchtsvoll auf das Wetter. Am Wochenende soll es im Einzugsbereich der Elbe kräftig regnen. Ob das schon reicht? „Wir brauchen bloß 20 Zentimeter mehr“, so Heckert. „Sobald es möglich ist, fangen wir mit den Elbrundfahrten wieder an. Hoffentlich schon am nächsten Wochenende.“  

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