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Ausbau der L07 : Eldena: 16 Linden bereiten große Sorgen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beim Straßenausbau der L07 in der Gemeinde wurde der Abschnitt Bresegarder Straße dem Teilbereich Straße der Jugend vorgezogen

von
erstellt am 06.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Die erste Etappe des Ausbaus der L07 in Eldena ist voll im Gange, da treten auch schon Probleme auf. „Die über 100 Jahre alten Linden in der Straße der Jugend, insgesamt 16 an der Zahl, bereiten den Anwohnern und der Gemeinde große Sorgen. Seit über zwei Jahren wird bei diesem Straßenabschnitt über die Linden diskutiert. Diesem Bauabschnitt, der eigentlich als erster ausgebaut werden sollte, wurde der Teil Bresegarder Straße vorgezogen. Jedoch gelang es nicht, eine Fällgenehmigung für alle Linden in der Straße der Jugend und Lenzener Straße zu erhalten“, so Bürgermeisterin Elke Ferner.

Die Linden haben Alleecharakter und stehen unter Naturschutz. So sieht es auch Katharina Brückmann vom BUND in Schwerin, die sich in ihrem Fachbereich um Bäume und Alleen kümmert. „Vor gut eineinhalb Jahren hatten wir in Eldena schon einmal ein Vor-Ort-Gespräch mit dem Straßenbauamt und dem Planungsbüro. Im Zuge der vorbereitenden Arbeiten für den Bau der Ortsdurchfahrt sind damals schon Bäume gefällt worden, weil es dazu keine Alternative gab. Aber in dem jetzt bezeichneten Straßenbereich war aus unserer Sicht gesagt worden, dass die Bäume erhalten bleiben sollen, unter diesem Aspekt wurde die Planung auch genehmigt.“ Aber nachdem das Pflaster nun aufgenommen wurde, trat das Problem auf: Das sind die Wurzeln der Bäume, die man in dem Ausmaß nicht unter dem Pflaster vermutete.


Werden Wurzeln gekappt, ist der Baum tot


„Unter der Straße sind viele Starkwurzeln recht oberflächennah, die nun freilagen. Wenn jetzt diese Wurzeln gefällt werden, erleidet der Baum einen Totalschaden. Das ist aber nicht in unserem Interesse“, so Katharina Brückmann, die bei dem jüngsten Ortstermin vor gut drei Wochen auf die Möglichkeit hingewiesen hatte, die Straße an dieser Stelle von 6,50 auf 5,50 Meter zu verkleinern. Das Straßenbauamt wollte sich laut BUND-Expertin darauf nicht einlassen. „Die Straße wird nun angehoben, am Ende denke ich, haben wir eine gute Lösung gefunden.“

Die schon von Totholz gezeichneten Bäume, so Elke Ferner, erhalten nun eine Wurzelbehandlung. Ein renommiertes Institut aus Hamburg hatte dazu ein Wurzelgutachten erarbeitet, inzwischen haben Mitarbeiter einer Baumpflegefirma aus Laage bereits mit ersten Maßnahmen begonnen. Unter dem neuen Aspekt der veränderten Straßenhöhe wird eine neue Planung benötigt. Das Straßenbauamt Schwerin hatte der Bürgermeisterin von Eldena bei der jüngsten Bauberatung zugesichert, dass die Anlieger nach Fertigstellung der Planungsunterlagen in einer Veranstaltung über die neuen Gegebenheiten informiert werden.

Anwohner in der Straße der Jugend haben nun den Todesfall in der Klenower Straße in Ludwigslust vor Augen. Denn die schon jetzt nicht mehr als gesund anzusehenden Bäume leiden zusätzlich unter der Baumaßnahme, auch wenn die freigelegten Wurzeln beste Pflege erhalten und Kronschnitte eine weiterhin ausreichende Versorgung erreichen sollen, so Elke Ferner. Beängstigend für die Anlieger sind zusätzlich ihre Zufahrten und das Regenwasser.

Vor der Planung, so die Bürgermeisterin von Eldena, hätte ein Wirtschaftlichkeitsnachweis kommen müssen, ob die Abnahme und Neupflanzung nicht günstiger wäre, als jetzt eine Wurzelbehandlung, Umplanung, Bauverzögerung und eventuell in wenigen Jahren doch die Fällung der Bäume. „Eine Fällung der Bäume und eine Neuanpflanzung nach Fertigstellung der Straße wäre wünschenswert. Auch Ausgleichsflächen“, so Elke Ferner. „würden wir zur Verfügung stellen.“

 

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