Ludwigslust : Elbsandstein von Bildhauerqualität

Thomas Mahnke schleift eine Platte am Rand ab.
1 von 1
Thomas Mahnke schleift eine Platte am Rand ab.

Sanierungsarbeiten am Kircheneingang der Ludwigsluster Stadtkirche wurden in dieser Woche abgeschlossen

svz.de von
18. Juli 2015, 07:00 Uhr

Sie legen die letzten Pflastersteine in das Kiesbett, schlagen sie fest. Ein paar Meter weiter werden die Zwischenräume von Platten und Stufen verfugt, wie es die Handwerker nennen. Die Restaurierungsarbeiten vor dem Haupteingang der Ludwigsluster Stadtkirche wurden am gestrigen Freitag abgeschlossen, der Bauzaun entfernt.

An den seitlichen Zufahrten waren Marcel Stender, Günter Kuckel und Helmut Kludzuweit von der Grabower Tief- und Straßenbau Haack & Stewering GmbH noch am Donnerstag damit beschäftigt, besagte Pflastersteine zu verlegen. Die Firma hatte in den letzten Wochen auch die alten Fundamente für Stufen und Platten aufgenommen und neue geschaffen. In diese Fundamente verlegte Steinmetzmeister Thomas Mahnke mit Kollegen neue und alten Stufen bzw. Platten.

Bauleiter Thomas Rebhan vom Ludwigsluster Büro Architekten und Ingenieure Kaschig+Schilling: „40 alte Platten konnten erneut verlegt werden, dazu 176 neue. Bei den Stufen ist das Verhältnis zwischen neuen und alten ausgeglichen. Von insgesamt 106 Stufenmetern sind jeweils 53 Meter neu bzw. alt.“

Wie Rebhan weiter erklärt, handelt es sich bei den neuen Stufen wie auch Platten um Cottaer Elbsandstein von sehr hoher Qualität. „Der Sandstein hat Bildhauerqualität. Er ist etwas härter als normaler Sandstein, kann der Witterung besser trotzen.“

Zu den letzten Arbeiten für Steinmetzmeister Thomas Mahnke gehörte es, die Übergänge zwischen alten und neuen Stufen und Platten zu begradigen, praktisch letzte Höhenanpassungen vorzunehmen. „Die alten sind durch Witterung und Betreten abgenutzt und zum Teil flacher als die neuen“, erläutert Mahnke. „Liegen nun neue und alte Stufen bzw. Platten nebeneinander, gibt es dadurch einen mehr oder weniger großen Höhenunterschied, was wiederum Stolpergefahr bedeutet. Deshalb werden die Kanten mit der Flex abgeschliffen, bis der Höhenunterschied beseitigt ist.“

Mahnke hatte in den vergangenen Wochen in seinem nahe gelegenen Betrieb eine besonders komplizierte Arbeit zu erledigen. Denn nach Vorgaben der Denkmalpflege sollten möglichst viele alte Stufen und Platten erneut verlegt werden. So reinigte Mahnke diejenigen, die wieder verwendet werden konnten, und erneuerte sie. Dazu schnitt er aus alten Stufen, die keinesfalls mehr zu nutzen waren, heile Teile aus. Diese wiederum setzte er praktisch als Ersatzstücke („Vierung“) in jene Stufen ein, die zwar beschädigt waren, aber wieder verwendet werden konnten.

Küster Thomas Konradt freut sich, dass alles geklappt hat. „Es war ein tolles Miteinander aller Beteiligten, so dass die Arbeiten termingerecht abgeschlossen werden konnten.“

Am Montag erfolgt die Abnahme durch den Bauherren. Danach gibt es Putz- und Malerarbeiten an den Sockeln der Säulen. Mitte August beginnen Arbeiten zur Gestaltung des Kirchenumfeldes durch die Stadt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen