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Ludwigsluster Tageblatt

13. Dezember 2017 | 02:45 Uhr

Eistee ist Zahnkiller schlechthin

vom

svz.de von
erstellt am 18.Okt.2012 | 09:52 Uhr

Dömitz | Als Zahnarzt hat Dr. Andreas Schulz aus Dömitz gut lachen. Seine Zähne sind "selbstverständlich" tipptopp in Ordnung. Der Mediziner mit den von vielen Menschen gefürchteten Utensilien, um an den Zähnen "herumzufummeln", führt diese Selbstverständlichkeit auf die stete und gründliche Pflege seiner Zweiten zurück. Wie Menschen schon mit dem ersten Milchzahn bis ins Seniorenalter die Zähne auf Vordermann halten sollten, darüber informierte der Zahnarzt mit seinem Team gestern am Tag der Zahngesundheit die Grundschüler am Gymnasialen Schulzentrum in Dömitz. Schulz hat diesen Aktionstag vor 14 Jahren ins Leben gerufen. Und er bilanziert, dass das Thema "Zähne" immer noch zu den wichtigsten im Leben von Menschen zählt.

Die gesunde Ernährung, Buttons prägen, Zähne selbst gipsen und ein geselliges Spiel waren die Inhalte der informativen Stunden für die Schüler. Klassenlehrerin Karola Kalaß und ihre Mädchen und Jungen der 3 b kamen recht früh in den Genuss eines mit Obst überladenen Frühstücks. Sie spickten ihre Spieße mit Weintrauben, Ananas und vielen anderen Obststücken und ließen sich die dann schmecken. Zahnarzt Schulz meinte dann auch, dass sich Kinder an ihrem Frühstück erfreuen sollen, es gesund sein muss. Diese Synergie lässt dann auch dem ärgsten Feind der Zähne, Zucker, keine Chance. Zucker ist äußerst nahrhaft, auch für die Bakterien, die die Ausbreitung von Karies begünstigen. Obst, Vollkornbrot und Milchprodukte lassen nicht nur die Zähne weitestgehend in Ruhe, sie sind auch gut für die Figur. "Die so genannten kleinen Snacks für zwischendurch sind absolut üble Zähnekiller. Ganz vorn stehen dabei die Eistees, die Zähnekiller schlechthin. Da schüttet man sich die Karieserreger eigentlich pur auf die Zähne und aufs Zahnfleisch."

Auf Süßigkeiten komplett zu verzichten, das hält der Zahndoktor für ebenso überzogen: "In gesunden Maßen ist gegen Schokolade, Limonade und Co. in jungen Jahren nichts einzuwenden. Wir Erwachsenen sind ja da auch nicht abgeneigt." Doch Schulz warnt vor dem Zuviel und erinnert an die Vorbildfunktion der Erwachsenen. Wenn Kindern nicht vorgelebt wird, sich mindestens zwei Mal am Tag die Zähne gründlich, was auch gewisse Einwirkzeit erfordert, zu putzen, das Zahnfleisch zu massieren und sich auch zwei Mal im Jahr beim Zahnarzt vorzustellen, dann dürfen die Erziehenden nicht darüber wundern, dass ihre Schützlinge keinen blendenden Zahnstatus vorweisen können.

Dr. Andreas Schulz kennt aber noch einen anderen Feind gesunder Zähne: die soziale Stellung. "Trotzdem die Zahngesundheit, auch durch Förderprogramme seitens des Landkreises, regional durchaus gute Fortschritte gemacht hat, ist nicht zu übersehen, dass bei sozial benachteiligten Familien, damit auch den Kindern, viel häufiger ein allgemein schlechter Zahnstatus festgestellt wird. Häufig sind auch Kinder mit Migrationshintergrund darunter, bedauert Schulz diesen zumindest anhaltenden Ist-Zustand. Insgesamt Grund genug für das Team der Zahnarztpraxis Schulz, auch im kommenden Jahr wieder den Tag der Zahngesundheit fortzusetzen.

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