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Leerstand in Dömitz : Einzelkämpfer in leerer Stadt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Was in Plön Erfolg hatte, soll auch in Dömitz klappen: Maren Marxen öffnet neuen Laden

svz.de von
erstellt am 04.Feb.2017 | 06:56 Uhr

Dömitz „Die Lage ist nicht die schlechteste“, findet Maren Marxen. „Wer aus Dömitz Richtung Ludwigslust oder Dannenberg will, der muss hier vorbei.“ Die 48-Jährige steht hinter der Theke ihres  Ladens „Mutschekiepchen“. Damit die Passanten schnell erkennen, dass wieder Leben hinter den Schaufenstern  der Friedrich-Franz-Straße 14 ist, hat sie  einen langen Kleiderständer  mit Schneeanzügen und bunten Winterjacken vor die Tür  gerollt.  Doch jetzt,  kurz vor elf Uhr, ist  kein Mensch auf der Straße.  „Ich mache  mittags  bis zwei Uhr Pause. Es lohnt sich einfach nicht“, sagt die Verkäuferin.

Friedrich-Franz-Straße 14: Seit zwei Monaten hat hier Maren Marxen ihren Laden.
Friedrich-Franz-Straße 14: Seit zwei Monaten hat hier Maren Marxen ihren Laden. Foto: Hennes

Die Entscheidung, mitten in Dömitz einen Second-Hand-Laden aufzumachen, ist ihr nicht leicht gefallen. „Ich wusste, dass es schwierig wird, hier Fuß zu fassen“, sagt sie. „Aber Dömitz kann den  Laden gut gebrauchen. Es leben doch so viele Kinder hier.“ Außerdem hatte sie mit einem ähnlichen Konzept in Plön Erfolg. Warum dann nicht auch in Dömitz?

Leer:Friedrich-Franz-Straße 12. Bis kurz nach der Wende war hier ein Blumengeschäft.
Leer:Friedrich-Franz-Straße 12. Bis kurz nach der Wende war hier ein Blumengeschäft.

Tatsächlich schauen im „Mutschekiepchen“ aber mehr Kunden von außerhalb  vorbei als Einheimische.  Woran das liegt? „Dömitz ist klein. Viele ziehen weg “, sagt Margit Form. „Und dann gibt es ja  auch noch das Internet.“ Margit Form ist Inhaberin des Bastelladens „Kreativ Form“ in der  Friedrich-Franz-Straße.   Als sie das Haus 2001 kaufte, war die Straße noch belebter. „Es gab den Blumenladen, das Schuhgeschäft, den Neckermann- und den Quelle-Shop, einen Geschenkeladen und den Zeitungskiosk.“ Heute sind fast alle Schaufenster in der Straße leer. Mehr als 90 Prozent der Läden in der Dömitzer Innenstadt sind ohne Mieter, sagt Martin Larsen.

Der Chef des Kulturausschusses hat sich vom Amt eine Statistik des Leerstandes  geben lassen. „Diesen Zustand haben wir hier schon 15 Jahre. Und seit ich in Dömitz wohne tut sich  nichts.“ Gemeinsam mit der Initiative LUK (Leben und Kultur) sucht der Ausschuss nach neuen Möglichkeiten,   Leben in die Stadt zu bringen. Ein erstes Treffen  mit Vereinen  dazu  gab es bereits im Januar im Rathaus, am  2. März   um 19 Uhr   ist Premiere für den  Ideen-Stammtisch in Martins Café.

Leer: Das ehemalige Juveliergeschäft in der Friedrich-Franz-Straße 19
Leer: Das ehemalige Juveliergeschäft in der Friedrich-Franz-Straße 19

Bis dahin ist jeder Dömitzer aufgerufen, sich einzubringen und  seine Vorschläge am besten direkt in Martins „Wunschbriefkasten“ in der Torstraße 14 einzuwerfen. Eine Idee: Gemeinsam  mit Künstlern und Handwerkern der Region will die Initiative LUK leere Schaufenster gestalten.  „Dazu müssen wir mit den Eigentümern  vielleicht kleine Mieten vereinbaren, aber das ist es wert“, so Larsen.

Maren Marxens Bilanz für die ersten zwei Monate im eigenen Laden  fällt  ernüchternd aus. „Es ging gut los im Dezember“, sagt sie. „Am Eröffnungstag war der Laden voll.“  Inzwischen  gibt es Tage, da schaut kein einziger vorbei und Maren Marxen bleibt bis Ladenschluss allein.    Gemeinsam mit ihrer Nachbarin, der Einzelhändlerin Margit Form, will sie Kosmetik- oder Bastelnachmittage für junge Dömitzer anbieten. „Spätestens im Frühling sollte der Laden Gewinne machen“, sagt Maren Marxen. „Sonst muss ich im Sommer schließen.“

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