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Ludwigsluster Tageblatt

18. Oktober 2017 | 09:23 Uhr

Karenz : Einstein war sein Kindheitsidol

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landwirt Detlef Möller war früher ein Ass in Physik - heute leitet der 54-jährige Karenzer ein Landwirtschaftsunternehmen in Grebs

von
erstellt am 28.Jun.2014 | 07:00 Uhr

Mathe und Physik-das waren seine Schulfächer. Wäre es nach Detlef Möllers Mathelehrer gegangen, dann würde der 54-Jährige heute Naturwissenschaften unterrichten. Aber beim Gesundheitstest fürs Pädagogikstudium fiel Möller durch und so landete der Karenzer dort, wo auch schon Vater, Großvater und Urgroßvater glücklich wurden. In der Landwirtschaft. Seit mehr als zwanzig Jahren leitet Möller gemeinsam mit Rüdiger Thee die Grebser Landerzeuger GmbH und kümmert sich um Kartoffeln, Raps, Getreide und Luzerne.

Er engagiert sich in Gemeindevertretung und Heimatverein. Und im Urlaub, da schaut er sich die weite Welt an: den wilden Westen Amerikas oder die Iguazú-Wasserfälle im Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Redakteurin Katharina Hennes stellte ihm die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Zuhause auf dem Hof. Ich genieße den Blick vom Bergrücken hinunter ins Rögnitztal. Am liebsten mit der Familie und mit Freunden. Und bei einem Glas Weißwein.
Was würden Sie als Bürgermeister von Karenz sofort verändern?
Da gibt es tausend Dinge, wenn das Geld da wäre. Dorfstraße erneuern, Kita erweitern, Gehwege ausbessern... Ich sage aber immer: Fragt nicht, was die Gemeinde für Euch tut, sondern, was Ihr für die Gemeinde tun könnt. Wenn jeder nur ein kleines bisschen beiträgt, lebt es sich ganz wunderbar im Dorf.
Wo kann man Sie in Ihrem Wohnort am ehesten treffen?
Auf dem Acker. Ich fahre mehrmals am Tag zu meinen Pflanzen. Um nachzusehen, wie sie anlaufen, wie sie bestockt sind, ob Unkraut steht oder Schädlinge da sind.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit selbstgepflückten Brombeeren und Blaubeeren, für die ich im Dorf immer Abnehmer gefunden habe.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Ich habe für ein eigenes Moped gespart.
Was würden Sie gerne können?
Oh, ich bin in vielen Sachen talentfrei. Früher wollte ich gern Schlagzeug spielen können. Andere Sprachen würde ich auch gern viel besser können.
Was stört Sie an anderen?
Notorischer Pessimismus. Mit optimistischen fröhlichen Leuten arbeitet es sich gleich viel besser. Das Glas ist immer halb voll, nicht halb leer.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Lachen muss man jeden Tag. Am meisten lache ich über meinen dreijährigen Enkelsohn Onnen. Wenn ich ihm dabei zusehe, wie er sich seine Welt erobert.
Was Unvernünftiges haben Sie zuletzt getan?
Da muss ich nachdenken. Vielleicht einen dummen Spruch. Ich bin einer, der redet, ohne vorher groß nachzudenken. Da rutscht einem schnell mal was raus, was so gar nicht gemeint war. Die Leute im Dorf aber werden auf diese Frage sicher antworten: Der rast mit seinem Jeep . Das liegt aber nur daran,weil ich schnell zu den Pflanzen will. Privat fahre ich ganz ruhig.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Als Kind war es Albert Einstein mit seiner tollen Formel E = mc². Heute freue ich mich über jeden kleinen Helden, der selbstlos für andere Gutes tut, ohne dafür gleich etwas zu erwarten.
Welches Buch lesen Sie gerade?
„Im Land der kleinen Flüsse“ von Joachim Kolmer aus Probst Jesar.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Das Sandmännchen im MDR mit meinem Enkelsohn.
Wo trifft man Sie eher: Bei einem Fußballspiel oder Volleyball?
Manchmal fahre ich auch zum SSC-Spiel nach Schwerin. Aber, wenn ich die Wahl habe: Fußball mit Hansa Rostock.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Wenn man Verstorbene treffen könnte, dann meine Eltern. Sie sind früh gestorben, ich möchte ihnen gern erzählen, wie es mir im Leben ergangen ist.
Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch?
Italienisches Essen. Ich esse gern gut gemachte Antipasti.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Fragen Sie meine Frau. „Lemontree“ von Fools Garden ist unser Lied.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Das habe ich mir ganz allein ausgesucht: Meine Frau Uta. Sie war 17 Jahre, als wir uns in Neuhaus kennengelernt haben. Und wir sind heute noch glücklich miteinander.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Mit meiner Frau im Wohnmobil quer durch Europa reisen. Einfach so - ohne Zeitdruck.
Was werden Sie als Rentner machen?
Mich ehrenamtlich engagieren und ins Dorfleben einbringen. Im Heimatverein und vielleicht weiter als Gemeindevertreter.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Margret Muxfeld aus Grebs, Gerhard Harnack aus Conow oder Erich Moltmann aus Göhlen. Hochinteressante Menschen aus unserer Mitte.

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