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Ludwigslust : Einsatz für mehr Barrierefreiheit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Am gestrigen Aktionstag des Lebenshilfevereins und des Behindertenverbandes konnten Ludwigsluster ihre Stadt bewerten

Die Punkte unter den Smileys auf der Plane zeigen an, wie die Ludwigsluster ihre Stadt in puncto Barrierefreiheit sehen. Auswählen konnten die Besucher gestern am Info-Stand der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung in Ludwigslust und Umgebung e.V. unter verschiedenen Wertungen: In dieser Sache ist die Stadt auf einem guten Weg, es ist schon einiges vollbracht oder es muss noch viel getan werden. „Die Mehrheit der Besucher schätzt es so ein, dass wir in Ludwigslust auf einem guten Weg sind“, so Almuth Schultz, die Vorsitzende der Lebenshilfe Ludwigslust, die an diesem Tag aus Anlass des „Europäischen Protesttages zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderung“ auch vom Behindertenverband Ludwigslust e.V., dem Seniorenbeirat, dem Blinden- und Sehschwachenverband sowie den Lewitz-Werkstätten unterstützt wurde.

Diesen Aktionstag im Mai gibt es schon seit vielen Jahren in Ludwigslust. Im Juni 2012 übergab der Behindertenverband Ludwigslust dem Bürgermeister der Stadt eine 10-Punkte-Liste mit Anliegen der Bürger in Sachen Barrierefreiheit, die bei dem Info-Tag am 3. Mai 2012 zur Sprache kamen. Für Werner Oeding, den Vorsitzenden des Behindertenverbandes Ludwigslust, war es gestern ein guter Anlass, zusammen mit den Partnern des Aktionstages zu bilanzieren, was von diesen zehn Schwerpunkten schon umgesetzt ist und wo noch der Schuh drückt. Werner Oeding: „Der Überweg zum Plaza ist noch immer gefährlich für Menschen mit Behinderung, da hat sich noch nichts getan.“ Dirk Friedriszik sagte, dass die SPD-Fraktion der Stadtvertretung an dieser Sache dran sei. „Da die Bundesstraße jetzt zur Landesstraße umgewidmet ist, können wir als Stadt handeln. Dort könnte ein Überweg entstehen, ob als Zebrastreifen oder als Fußgängerampel, das muss noch im Detail geprüft werden. Eine entsprechende Beschlussvorlage hat die SPD-Fraktion in der Stadtvertretung eingereicht.“

Auch der Parkplatz beim Aldi-Markt ist ein Problem, hier müsste die hohe Zwischenstufe auf dem Fußweg zum Dänischen Bettenhaus abgesenkt werden. Im Zuge des Neubaus des Aldi-Marktes wird sich mit der Parkplatzsituation auch das Fußwegproblem für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer lösen. Entsprechende Pläne für den Neubau hatte der Investor den Mitgliedern des Bauausschusses auf ihrer Sitzung im März schon vorgestellt. „Auch die obere Etage im Zebef kann für Rollstuhlfahrer nicht erreicht werden, weil es keinen Lift gibt“, so Werner Oeding. Ob es hier in absehbarer Zeit eine Veränderung gibt, sei mit einem großen Fragezeichen verbunden. „Auch fehlen in vielen Einrichtungen der Stadt noch barrierefreie Eingänge“, so Almuth Schultz. Die Übergänge in der Schlossstraße, der Schlossplatz sowie die Bahnhofstraße, Brinkmann-Straße, die Tarnow-Straße in Richtung Schweriner Allee und auch die Große Bergstraße sind für Benutzer von Rollstühlen und Rollatoren sehr beschwerlich, da es sehr häufig hohe Bordsteinkanten gibt und auch das Pflaster ein Vorankommen erschwert. „Der Bahnsteig in Ludwigslust ist auch als nicht behindertengerecht beanstandet“, so Werner Oeding. „Mit dem Bau eines Tunnels als beabsichtigte Bahnquerung könnte dieses Problem aber gelöst werden“, ergänzt der Vorsitzende des Behindertenverbandes.

Mit der Resonanz des Tages zeigten sich die Organisatoren zufrieden, Kommunalpolitiker der Stadt, des Landkreises, Landtagsabgeordnete und Vertreter der Stadtverwaltung kamen am Info-Stand mit interessierten Bürgern ins Gespräch, um zu schauen, was noch besser zu machen ist. Getreu dem Motto der Aktion Mensch: „Gemeinsam für mehr Barrierefreiheit - das Wir gewinnt“.

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erstellt am 12.Mai.2016 | 17:00 Uhr

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