Grebs Niendorf : Einmal Erfinder, immer Erfinder

Das  Europäische Patent für den Barbecue Cleaner aus Niendorf
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Das  Europäische Patent für den Barbecue Cleaner aus Niendorf

Ende der 90er bekam Jürgen Schedlinski Internationales Patent für Grillrostreiniger. Jetzt ließ er sich seine Schleppzange schützen

svz.de von
10. Februar 2017, 05:00 Uhr

Nach dem ersten Flop hätte  Jürgen Schedlinski mit dem Erfinden aufhören können.  Er hätte  einfach  nur weiter seinem geregelten  Job nachgehen müssen und seine Freizeit mit Freunden und der Familie genießen können. „Mein Unmut über Misserfolg hält aber nie lange“, sagt er. „Irgendwann kommt man doch  wieder ins Tüfteln und probiert Neues.“

Schedlinskis Erfinderlaufbahn begann verheißungsvoll. Mitte der 90er Jahre war ihm beim Aufräumen nach einem Grillabend ein Draht durch den Grillrost gefallen. „Als ich ihn herauspulen wollte, verfing sich der  Draht im Gitter  und ich zog ihn mit samt dem verkrusteten Fett heraus“, erzählt der Niendorfer. „Wie praktisch. Danach  konnte ich mir das Putzen sparen. Der Draht erledigte das wie von selbst.“ Später auf einer Haushaltswarenmesse gewinnt der Niendorfer ein  namhaftes deutsches Haushaltswaren-Unternehmen für seine Entdeckung. Man kommt ins Geschäft, der Partner zahlt 60000 DM für den Eintrag in die  Europäische Patentdatenbank und will  Schedlinskis Grillrostreiniger  auf den internationalen Markt bringen. Sogar in den USA  wird der Barbecue Cleaner aus Niendorf im Fernsehen auf einem Verkaufskanal angepriesen.  Doch der große Boom bleibt aus. „Das Produkt war wohl zu langlebig“, sagt Jürgen Schedlinski.  „In der Wegwerfgesellschaft verkaufen sich eben günstige Bürsten und Reinigungsmittel besser als ein 20 Euro teures  Spezialgerät, das zehn Jahre hält.“

Erfindungen - für Jürgen Schedlinski sind sie meist eine Sache des Zufalls. „Wer meint, man muss sich  nur  in den Sessel setzen und  auf die richtige Eingebung warten, der irrt“, sagt der 59-Jährige. Er denkt gern praktisch. Schon als Kind hat er oft  in der Werkstatt  gearbeitet. Nach der Schule lernte er den Schlosserberuf, arbeitete lange als Instandhaltungsmechaniker  im Lübtheener Fahrzeugbau, später machte er seinen  Facharbeiter in der Forstwirtschaft und  war zehn Jahre in der Harzgewinnung tätig. Heute ist Schedlinski  Metallbauer bei Impreglon in  Jessenitz.   Neue Ideen kommen ihm meist zufällig in den Sinn. Wenn der Schnee besonders hoch liegt, schweißt er  sich  einen Schneeschieber für große Schneemassen, für Lackierarbeiten in der  eigenen  Werkstatt   entwirft  er eine Spezial-Kabine. Seine jüngste Erfindung hat er sich vom Deutschen Patentamt als Gebrauchsmuster schützen lassen. Es ist eine  Schleppzange zum gefahrlosen Transport von Holz.  Im Gegensatz zu den klassischen Einhand-Holz-Greifern hält die Zange auch bei Nässe und Schnee. Das Innovative aber sei das verstellbare Gurtsystem. Damit  müsse man sich nicht mehr bücken und könne ohne Angst zu stolpern die Holzstämme aus dem Wald ziehen. Diesmal geht Schedlinski es langsam an. Dreißig dieser Zangen-Gurt-Systeme  hat er bis heute vorproduziert. Seit kurzem bietet er das Produkt im Internet bei „ebay“ an. „Super Zange. Sehr hilfreich“,  schreibt dort der erste Käufer.  „Schön“, sagt Schedlinski. „Das macht doch Mut.“

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