Alt Jabel : Einmal ein Clown sein

„Plötzlich kann man alles machen.“ Eine Clownsnase reicht und Wilhelmine wird ein anderer Mensch.
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„Plötzlich kann man alles machen.“ Eine Clownsnase reicht und Wilhelmine wird ein anderer Mensch.

Beim Zirkus-Camp in Alt Jabel tauchen Ferienkinder in eine andere Welt und stehen nach nur einer Woche selbst in der Manege

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30. August 2016, 17:20 Uhr

Einen Namen haben sie schon. „Lulu“ soll ihr Zirkus heißen. Darauf haben sich die Ferienkinder gleich am ersten Tag des Camps geeinigt. Jetzt muss er nur noch mit Leben erfüllt werden. Wie, das entscheiden Martje, Wilhelmine, Jessica und all die anderen selbst. Lisbeth Rudolph und Adi Krichelly , die beiden Zirkuspädagogen vom Verein „Jonglirium“ e.V. , helfen ihnen dabei. „Aber am Ende sind es die Kinder, die mit ihren Talenten, Ideen und neuen Fähigkeiten Zirkus machen“, sagt Lisbeth (27).

Die junge Kunststudentin steht auf der Wiese der Waldschule von Alt Jabel. Es ist der zweite Tag im Camp. Gestern haben die Kinder ihre Bungalows bezogen, sich kennen gelernt. Skadi aus Gammelin hat erzählt, dass sie zaubern lernen will. Martje aus Dömitz mag Akrobatik und Sophie will unbedingt mit drei Bällen jonglieren. Nun stehen die zehn Mädchen neugierig vor Lisbeth. „Wer will die rote Nase“, fragt sie in die Runde. Wilhelmine traut sich. Kaum hat sie die Nase im Gesicht, verändert sich ihr Gang. Sie reißt die Arme weit nach hinten, beugt sich weiter zu ihrer Nachbarin und stupst sie an. „Das sind alles kleine Naturtalente“, sagt Rita Güldenpenning, Betreuerin vom Zebef e.V., der das Zirkus-Camp anbietet. „Die machen das besser als die Erwachsenen. Ohne Hemmungen. Total natürlich und spontan.“ Wilhelmine schafft es, ihre Freundinnen zum Lachen zu bringen, ohne ein Wort zu sagen. Mit Gestik, Mimik und Bewegung. „So eine kleine Sache auf der Nase ist wie ein ganzes Kostüm“, sagt Lisbeth. „Plötzlich kannst du alles machen.“ Dass Wilhelmine in der Show den Clown spielen wird, ist fast sicher. Die Aufführung am Freitag vor Freunden und Eltern ist das Ferienfinale für Schüler und Betreuer.

Wochenweise haben in der Waldschule des Zebef in Alt Jabel hunderte Kinder ihre Ferien in Camps verbracht. Im Katastrophenschutzlager, Indianercamp, Schwimmlager, Ritterlager, im Angel- oder Survivalcamp. „Es ist toll hier“, sagt Jessica (11) aus Volzrade. „Wir haben richtig viel Spaß. Adi ist der witzigste Spaßvogel und Lisbeth die beste Trainerin.“

Bis Freitag müssen die Mädchen noch jede Menge trainieren, Kostüme und Requisiten basteln. Vielleicht tanzen sie auch oder machen Musik. Die Show in der Manege von „Zirkus Lulu“ beginnt um 15 Uhr. Eingeladen sind nicht nur die Familien, sondern auch die Nachbarn aus Alt Jabel.

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