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Ex-Garnisonsgelände Ludwigslust : Einige Ideen, aber kein Zeitplan

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Für einstige Soldatenunterkünfte sind verschiedene Nutzungen im Gespräch. Projekt hat für Eigentümer aber nicht höchste Priorität

Zerschlagene Fensterscheiben, Löcher im Dach, Bäume, die aus dem Mauerwerk wachsen. Der Anblick der beiden Backsteinblocks im einstigen Garnisonsgelände ist trostlos, und daran wird sich womöglich so schnell auch nichts ändern. Der Eigentümer hat offenbar noch keinen endgültigen Plan, was mit den früheren Soldatenunterkünften wann passieren soll. „Wir sind noch in der Ideenfindung“, sagte Dr. Kurt Hanselmann, der sich als Vertreter und Partner des Eigentümers vorstellte, jüngst im städtischen Wirtschaftsausschuss. Und tatsächlich ist nach der Sitzung schon wieder eine neue Idee hinzugekommen.

Kurt Hanselmann betonte, dass der Investor sein Projekt mit der Stadt und dem Bedarf in der Region abstimmen wolle. Ursprünglich seien Eigentumswohnungen im Gespräch gewesen. Dann hatte der Betreiber einer Klinik Interesse, sich dann aber anders entschieden. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die Suchtklinik Schloss Tessin bei Wittenburg, die ein neues Objekt finden muss (SVZ berichtete). Für einen Interessenten aus dem Pflegebereich seien die Gebäude zu groß gewesen. So blieb während der Ausschusssitzung zunächst die Idee, Eigentumswohnungen auszubauen. Dafür könnten sich die Ausschussmitglieder durchaus erwärmen. „Wir haben in Ludwigslust nicht viele Eigentumswohnungen“, sagte Uwe Langmaack. Und auch Dirk Friedriszik sieht ein Nachfragepotenzial. „Viele Leute wollen Eigentum, aber kein Grundstück haben, weil sie pendeln und die Arbeit damit gar nicht schaffen würden“, so der Techentiner. „Und die Lage wäre ideal.“

Allerdings gibt es ein Problem: „Für Eigentumswohnungen brauchen wir genügend Stellplätze, aber wir wollen nicht das Grundstück mit Parkplätzen verschandeln, sondern es optisch aufwerten“, erklärte Kurt Hanselmann. „Es soll nicht nach Ghetto aussehen.“ Die Stadt hätte auch eine geeignete Fläche gleich gegenüber. „Aber ohne dass ein ernsthaftes Konzept für die Gebäude vorliegt, ist ein Verkauf schwierig“, erklärte Bürgermeister Reinhard Mach auf SVZ-Anfrage.

Auch die Idee eines Sozialprojektes für alleinerziehende Mütter fanden einige Ausschussmitglieder charmant. „Die Mütter erhalten eine Wohnung, bei Bedarf in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter, im Haus gibt es eine Kinderbetreuung und es wird bei der beruflichen Integration geholfen“, so Hanselmann. Doch dieses Vorhaben hat in der Zwischenzeit einen Dämpfer erfahren. „Gespräche mit den zuständigen Stellen haben ergeben, dass dafür hier wohl kein großer Bedarf besteht.“

Doch schon gibt es eine neue Option. „Wir sind mit einem Arzt aus der Region im Gespräch bezüglich einer Klinik mit Pflegestruktur“, erklärte Kurt Hanselmann nun gestern auf SVZ-Anfrage, ohne konkreter zu werden. Es sei an einen schrittweisen Ausbau gedacht. Kurt Hanselmann hofft, innerhalb der nächsten zwei Monate Klarheit zu haben. Allerdings müssten auch für dieses Projekt Pkw-Stellplätze nachgewiesen werden.

Den Ludwigslustern ist sehr daran gelegen, dass mit den Backsteinruinen endlich etwas geschieht. Uwe Langmaack verwies auf die neuen Einfamilienhäuser, die gegenüber im Wohngebiet an der Helene-von-Bülow-Straße entstehen werden. Dirk Friedriszik verwies auf die Gefahr, die von den Ruinen ausgingen. „In sozialen Medien findet man schon Fotos, die in den Häusern aufgenommen wurden.“ Doch wie eilig es der Investor hat, ist unklar. „Das Projekt hat bei uns nicht Priorität eins, eher drei“, sagte Kurt Hanselmann. Und bautechnisch sehe er keine Probleme. „Die Gebäude sind sehr massiv gebaut.“ Allerdings musste der Eigentümer jetzt schon einmal Sicherungsmaßnahmen treffen und stellte u.a. einen Zaun auf.  

 

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erstellt am 25.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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