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Ludwigslust/Neustadt-Glewe : „Einfach nur da sein und helfen“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Edula Leitmann aus Neustadt-Glewe lässt sich als Hospizhelferin ausbilden

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2015 | 14:11 Uhr

„Man ist traurig, wenn eine Person stirbt, die man lieb gewonnen hat. Aber man weiß auch, der Tod gehört zum Leben dazu“, sagt Edula Leitmann aus Neustadt-Glewe im SVZ-Gespräch.

Schon im Kindesalter musste sie schmerzlich erfahren, was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Ihr Vater starb, da war Edula Leitmann gerade einmal zehn Jahre alt. Zwei Jahre später ist auch ihr Großvater aus dem Leben getreten. „Meinen Opa habe ich früher nach der Schule schon gepflegt. Ich habe ihn gefüttert oder ihn im Gesicht rasiert“, erinnert sie sich. Gelernt hatte Edula Leitmann damals in einer Bäckerei, arbeitete dann in einer Betriebskantine bis sie bei Tchibo tätig war. Durch eine Krankheit ist sie erwerbsunfähig geworden. „Ich hatte ungefähr ein dreiviertel Jahr damit zu kämpfen, dass ich nicht mehr arbeiten darf“, erzählt Edula Leitmann. Sie habe sich nicht mehr so gebraucht gefühlt, sagt sie. Irgendwann sei sie aber wieder „unter Leute gekommen“ und eine Freundin erzählte ihr vom Ludwigsluster Hospizverein. Sie informierte sich über den Verein und entschied sich dazu, Hospizhelferin zu werden.

Seit Januar dieses Jahres absolviert Edula Leitmann bereits zusammen mit 15 anderen Ehrenamtlichen die Ausbildung zur Hospizhelferin. Diese setzt sich aus einem dreimonatigem Grundkurs, an dem Edula Leitmann von Januar bis März teilgenommen hat, einem Praktikum sowie aus einem Vertiefungskurs, der im Herbst beginnen wird, zusammen.

Die diesjährigen Seminare des Grundkurses haben in kurzen Abstanden an Freitagen und Samstagen stattgefunden, bei denen die angehenden Hospizhelfer mit Situationen konfrontiert worden sind, die ihnen bei einer Begleitung von kranken Menschen widerfahren könnten: So erinnert sich Edula Leitmann, wie ein Pastor eine Geschichte von einer kranken Person, die nicht mehr lange zu leben hat und kaum ansprechbar war, erzählt hat. Die angehenden Hospizhelfer sollten die Situation nachspielen und auf die Person reagieren. „Es war wichtig, dass wir den Kranken mehrmals angesprochen haben und so erfragt haben, ob er was braucht“, sagt sie. Aber auch Filme mit den Schicksalen von Betroffenen und ihren Angehörigen haben sie in der Gruppe gemeinsam angesehen und das Vorgehen besprochen.

Um sich nicht nur theoretisch mit einer Begleitung auseinander zu setzen, ist auch ein praktischer Teil in die Ausbildung integriert. „Ich mache gerade ein Praktikum bei der Seniorenresidenz Lewitz GmbH in Neustadt-Glewe“, sagt Edula Leitmann und erzählt, dass sie einmal in der Woche zu den älteren Menschen geht, um ihnen zuzuhören oder sich mit ihnen zu beschäftigen. „Durch die Arbeit im Pflegeheim bekommt man schon einen guten Einblick“, sagt sie.

Wie ihr Alltag als Hospizhelfer aussehen soll, davon hat Edula Leitmann schon eine genaue Vorstellung: „Ich möchte die Familienangehörigen unterstützen“, sagt sie. Dabei sieht sie sich in verschiedenen Rollen – als Zuhörer oder aber auch als Unterhalter für die Betroffenen. Je nachdem, wie ihre Kraft gebraucht wird, möchte sie den Kranken und den Angehörigen beistehen und helfen. „Ich möchte einfach nur da sein, damit derjenige in dieser schweren Zeit weiß, dass er nicht allein dasteht.“

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