Neustadt-Glewe : Eine Stadt früher und heute

Britta Kley bereitet mit Albert Freiler (r.) und Joachim Jancke die Ausstellung vor. Fotos: andreas münchow / veranstalter
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Britta Kley bereitet mit Albert Freiler (r.) und Joachim Jancke die Ausstellung vor. Fotos: andreas münchow / veranstalter

Auf der Burg wird am kommenden Sonntag gemeinsame Ausstellung des Museums und des Fotoclubs Neustadt-Glewe e. V. eröffnet

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11. August 2015, 07:00 Uhr

Sorgfältig legen sie das überdimensionale Foto in den Rahmen. Und vergleichen das Motiv mit dem Bild daneben. Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen. Klar: Das eine Foto zeigt den Bahnhof Neustadt-Glewe heute, das andere vor über 100 Jahren.

Auf der Burg öffnet am kommenden Sonntag um 11 Uhr die Fotoausstellung „Neustadt-Glewe – Früher und heute.“ Sie ist ein Gemeinschaftswerk des Museums der Stadt und des Fotoclubs Neustadt-Glewe e. V.

Britta Kley, Verantwortliche für Burg, Museum und Stadtinformation in Neustadt-Glewe: „Ich hatte schon seit Jahren an eine solche Ausstellung gedacht. Doch konkret wurde die Sache erst vor anderthalb Jahren, als ich Albert Freiler auf einer Ausstellung traf.“

Freiler ist Vorsitzender des Neustädter Fotoclubs und rahmte am Montag gemeinsam mit Britta Kley und Clubmitglied Joachim Jancke die letzten Fotos ein. „Auf der Ausstellung werden etwa 40 Bilder von der Größe 30 mal 45 Zentimeter zu sehen sein, neben dem historischen jeweils das Gegenwartsfoto vom betreffenden Gebäude, der Straße oder Landschaft“, erklärt Albert Freiler. „Das älteste Foto datiert aus der Zeit um 1903 und zeigt das Neustädter Bahnhofsgebäude.“

Ausgewählt wurden die historischen Bilder von Britta Kley. Sie verrät: „Es handelt sich durchweg um alte Postkarten mit Schwarz-Weiß-Fotos, darunter auch aus DDR-Zeiten, die vergrößert wurden.“

Vor den Mitgliedern des Fotoclubs stand dann die Aufgabe, zu jedem der alten Fotos das entsprechende Gegenwartsbild zu knipsen. Keine leichte Aufgabe, weiß Freiler: „Das Gebäude, die Straße oder Landschaft mussten aus möglichst derselben Perspektive wie vor 90 oder 100 Jahren fotografiert werden. Nur, hat sich deren Aussehen im Laufe der Jahrzehnte natürlich verändert.“ So nahm sich Albert Freiler unter anderem ein altes Foto mit Blick auf den See etwa um 1930, vom Bereich des heutigen Seerestaurants aus aufgenommen. „Ich brauchte wohl eine Stunde, um den Standort des damaligen Fotografen genau zu bestimmen, orientierte mich schließlich an Bäumen, die damals am See standen und auch heute da sind, nur größer und stämmiger“, erinnert sich Freiler.

Ein anderes Clubmitglied zog mit einer Aufnahme des damaligen Konsumvereins für Parchim und Umgebung (Große Straße, um 1920) los und fand das Gebäude zunächst nicht. Erst als er eine ältere Frau fragte, wurde die Sache klar: Es handelt sich um das heutige Sparkassengebäude. Umbauten haben es so verändert, dass es kaum noch Ähnlichkeit mit jenem Haus vor über 90 Jahren hat.

Im Eingangsbereich der Ausstellung im Alten Haus der Burg werden übrigens die Fotos mit der Ansicht des Bahnhofs zu sehen sein. „Bahnhof und Bahnanschluss spielten eine entscheidende Rolle bei der Industrialisierung Neustadt-Glewes, so Britta Kley.

Im Rahmen der Ausstellung ist am 15. September (19 Uhr) ein Vortragsabend mit Dr. Rainer Dahlmeier über die Geschichte der Fotografie geplant.

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