Eldena : Eine Schule mit langer Geschichte

Während sich die anderen Besucher in der Schule umschauten, bastelten Erstklässlerin Paula und ihr Bruder Jakob.
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Während sich die anderen Besucher in der Schule umschauten, bastelten Erstklässlerin Paula und ihr Bruder Jakob.

Erstes Altschülertreffen lockte viele frühere Lehrer und Schüler nach Eldena / Mit Ehemaligen um Erhalt des Schulstandortes kämpfen

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01. März 2015, 19:11 Uhr

„Hier war der Hausmeister-Bunker.“ Rüdiger Schinkmann wirft einen Blick in die Ecke und steigt dann die Treppe in den ersten Stock der Grundschule Eldena hinauf. „Hier sieht es ganz anders aus als zu unserer Zeit, den Anbau gab’s noch nicht“, sagt der 57-Jährige. „Aber wenn ich so aus dem Fenster schaue, kommt die Erinnerung zurück.“

Gut 40 Jahre ist es her, dass Rüdiger Schinkmann in Eldena die Schulbank gedrückt hat. Am Sonnabend kehrte er gemeinsam mit vielen anderen ehemaligen Schülern und Lehrern noch einmal dorthin zurück. Im Kampf um den Erhalt des Schulstandortes war ein Altschülertreffen aus der Taufe gehoben worden, und die Resonanz war enorm.

Als Elke Griewe bei der Eröffnung des Altschülertreffens einen Blick in die Schulgeschichte warf, war in der Turnhalle kein Sitzplatz mehr frei. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts hatte es in Eldena die erste Schule, eine Küsterschule, gegeben. Im Jahr 1913 wurde dann der Grundstein für ein neues Schulgebäude gelegt, das – stark verändert durch An- und Umbauten – bis heute genutzt wird. Die Bedingungen waren früher längst nicht so komfortabel wie heute. „Legendär war unsere Turnhalle im Saal eines früheren Gasthofes“, erzählte Elke Griewe, die 37 Jahre in Eldena unterrichtet hatte. „Um dort Sport zu machen, mussten wir ans andere Ende des Ortes gehen und im Winter erst einmal den Ofen anheizen.“ Heute befinden sich alle Klassenräume, Turnhalle, Küche und auch noch die Kindertagesstätte auf einem Grundstück.

In den besten Jahren, als Eldena sogar eine Polytechnische Oberschule (bis Klasse 10) hatte, gingen dort mehr als 500 Mädchen und Jungen zur Schule. Doch nach 2005 war nur noch die Grundschule übrig geblieben. „Und die muss auf jeden Fall erhalten bleiben, komme da, was wolle“, forderte Elke Griewe und erntete den Applaus des Publikums.

Mit weit unter 80 Schülern – aktuell 65 in vier Klassen – gehört die Grundschule Eldena zu den Wackelkandidaten bei der derzeitigen Schulentwicklungsplanung des Landkreises. „Nach dem jetzigen Entwurf ist die Schule gesichert, aber noch ist der Plan nicht beschlossen“, betonte Eldenas Bürgermeisterin Elke Ferner und forderte: „Die Glaisiner Eltern sollten für ihre Kinder zumindest zwischen Ludwigsluster Schulen und Eldena wählen können.“ Der Entwurf sieht derzeit vor, dass die Glaisiner künftig die Grundschule im Ludwigsluster Ortsteil Kummer besuchen müssen.

Eldena ohne Schule – das kann sich auch Renate Purwin, bis 2010 Schulleiterin, nicht vorstellen. „Ein Dorf braucht Kinder, damit es lebendig bleibt“, betonte sie. „Es wäre ganz schlimm, wenn die Schule schließen müsste.“

Mit ehemaligen Lehrern und Mitschülern klönen, sich an alte Zeiten erinnern, die modernen Räume besichtigen oder in heutigem Unterrichtsmaterial stöbern – für all das war beim Altschülertreffen genügend Zeit. Auch Ilse Havemeister wollte sich das nicht entgehen lassen, auch wenn sie kaum einen Schulkameraden treffen konnte. Die 83-Jährige hatte von 1937 bis 1945 die Eldenaer Schule besucht. Dabei hätte sie ab Klasse 5 auch zur Mittelschule nach Ludwigslust gehen können. „Aber da hätte ich morgens den ersten Zug nehmen müssen. Das war mir zu früh“, so Ilse Havemeister, die vielen Eldenaern als frühere Postzustellerin bestens bekannt sein dürfte. Ein möglichst kurzer Weg zur Schule – das war also auch vor 70 Jahren schon gefragt…

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