zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

14. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

Ludwigslust : Eine Runde Rollstuhl-Sport

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

7. Handicap-Sportfest am Ludwigsluster Goethe-Gymnasium: Schüler erhalten Einblick in ein Leben mit Behinderung.

von
erstellt am 07.Jul.2015 | 07:00 Uhr

Christian Paschke ist Nationalspieler im deutschen Rollstuhl-Rugby-Auswahlteam. Er selbst ist zu bescheiden, das zu erzählen. Tino Ammon, der mit ihm gestern nach Ludwigslust gekommen ist und selbst aktiver Rollstuhl-Basketballer ist, erwähnt es quasi nebenbei. Christian Paschke ist bereits mit seiner Behinderung geboren worden. Gehen kann er höchstens kurze Strecken. Christian Paschke arbeitet beim Verband für Behinderten- und Rehasport. „Wir leisten Aufklärungsarbeit an Schulen und stellen Handicap-Sportarten vor“, erklärt er. Das sei sehr erfolgreich, sagt Paschke. Gekommen ist der Greifswalder zum Handicap-Sportfest am Ludwigsluster Goethe-Gymnasium.

Es findet bereits zum siebten Mal statt. Schulsozialarbeiterin Ramona Stein sagt, damit sollten mentale Barrieren bei den Elftklässlern abgebaut werden, die den Umgang mit behinderten Mitmenschen erschwerten. So waren am Montagmorgen Mitglieder des Behindertenverbandes MV, des Blinden- und Sehbehindertenvereins Ludwigslust und des Aphasikerzentrums Plau am See in der Schule zu Gast. Neben sportlichen Begegnungen lernten die Schüler auch etwas darüber, wie Blinde und Sehbehinderte ihren Alltag meistern, bekamen einen Einblick in die Braille-Schrift. Und auch Aphasie Betroffene (Sprachstörung als Folge verschiedener Erkrankungen) stellten sich und den Umgang mit ihrem Handicap vor.

Hinter dem Stuhl von Heidi Lübcke aus Techentin liegt Charlise. Die schwarze Hündin ist seit sieben Jahren zur Begleiterin der Ludwigslusterin geworden. Auch ihr persönlich bringt dieses Projekt etwas. „Man kann anderen Menschen beibringen, dass es Hoffnung gibt, auch wenn etwas mit den Augen geschieht. Es gibt dann immer noch Mittel, seinen Weg zu beschreiten“, sagt Heidi Lübcke. Als sie drei Jahre alt war, verlor sie als Folge eines Spielunfalls das Augenlicht. Der Hund sei super, sagt Heidi Lübcke, denn er verleihe Selbstständigkeit. Die Schüler erfahren, dass es ein Jahr dauert, bis Mensch und Hund ein Team sind, dass der Vierbeiner 33 Kommandos beherrscht und vieles mehr.

„Ich finde das sehr interessant, wenn man mal merkt, was für eine Kraft notwendig ist, mit einem Rollstuhl zu fahren. Es ist auch gut zu lernen, wie man gehandicapten Menschen helfen kann, wenn sie in einer Notsituation sind“, sagt Lissy Gollnik aus der 11. Klasse. „Ich finde es interessant zu spüren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen, zu erfahren, wie Behinderte ihren Alltag meistern, welche Barrieren sie teilweise meistern müssen“, sagt Marisa Witting. Beide Schülerinnen erinnern sich noch an Julia, die im vergangenen Jahr am Goethe-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat und gehbehindert ist. Da haben sie Handicap im praktischen Leben kennen gelernt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen