Klein Krams : Eine Riesensause zum 175.

Bereut den Umzug auf keinen Fall: Susanne Kramer mit Hündin Lulu
Bereut den Umzug auf keinen Fall: Susanne Kramer mit Hündin Lulu

Susanne Kramer erfüllte sich vor vier Jahren mit dem Kauf des Grundstücks in Klein Krams einen langgehegten Wunsch

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23. Mai 2018, 21:00 Uhr

Mit Sack und Pack ging es vor knapp vier Jahren von einem Tag auf den anderen nach Mecklenburg. Vom Großstadtalltag in Hamburg verabschiedet, warteten auf Susanne Kramer und ihren Mann Rolf Schmieding die mecklenburgische Idylle in Klein Krams. Dort erfüllte sich das Ehepaar einen langgehegten Traum: Die Kramserei wurde eröffnet. In diesem Jahr gibt es ein besonderes Jubiläum: Das Haus wird 175 Jahre alt. Im SVZ-Interview mit Redakteurin Sabrina Panknin verrät Susanne Kramer, was sie für den besonderen „Haus“-Geburtstag alles so geplant hat.

Der Name ist Programm – Kramer, Klein Krams – Kramserei. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, aus einem so alten Haus die Kramserei entstehen zu lassen?
Susanne Kramer: Mein Mann und ich haben 1992, 93 nach einem Haus in Mecklenburg gesucht, um dort unsere Freizeit zu verbringen. Hier in Klein Krams haben wir uns in Details verliebt, wie die großen, alten Bäume. Das Grundstück ist einfach sehr schön. Die Kramserei ist erst 2014 entstanden, nach dem wir komplett hierher gezogen sind. In dem Jahr haben wir zum ersten Mal bei Kunst offen mitgemacht und Blut geleckt. Die Besucher, die zu uns kommen, sollen sich wohlfühlen, einfach die Seele baumeln lassen. Dazu zählen dann Veranstaltungen wie Comedy, Kabarett, Musik, Satire. Einfach alles, was einen zum Lachen bringt.

Sie sind am Anfang noch zwischen Hamburg und Klein Krams gependelt. Vermissen Sie nicht den Großstadtalltag?
Merkwürdigerweise überhaupt nicht. Ich komme ja von einem kleinen Dorf in Franken. Kenne das also. Aber mein Mann ist waschechter Hanseat. Doch auch er vermisste es überhaupt nicht. Wir haben hier schnell Freundschaft mit Gleichgesinnten geschlossen. Die Kramser lieben die Kramserei. Wenn wir aber mal ins Theater nach Schwerin fahren, müssen wir schon einiges planen. Das ist nicht mal eben um die Ecke.

Das Haus, in dem Sie leben, wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Wie lebt und arbeitet es sich in so einem alten Haus?
Wir hatten wirklich großes Glück mit dem Haus. Vor allem, dass es hier bereits eine sehr gute Internetverbindung gibt. Da ich noch arbeite und vieles per E-Mail erledige, habe ich wirklich Glück gehabt. Einige meiner Kunden aber kommen uns auch mal besuchen. Sie sind alle begeistert und können verstehen, warum wir dieses Haus gekauft haben.

Gefeiert wird das Jubiläum am 23. und 24. Juni. Was planen Sie alles?
Eine ganze Menge. Es wird einen Markt der Traditionen geben. Die Ludwigsluster Bigband und der Posaunenchor Eldena werden für Musik sorgen. Die Feuerwehr wird dabei sein, Baumkletterer, Kinderspiele, Wettrennen mit unserer Hündin Lulu. Schwein aus dem Backofen wird es geben, Fassbier aus Vielank. Es wird einfach eine richtige Sause.

Im vergangenen Jahr haben Sie den Hofladen mit Sommercafé eröffnet. Jetzt zum Saisonstart haben Sie noch einmal mit dem BistroStall nachgelegt. Was kommt als nächstes?
Ideen oder Hirngespinste habe ich noch eine Menge. Aber das alles muss auch finanziell machbar sein. Und auch personell. Das Sommercafé habe ich im vergangenen Jahr mit einer Nachbarin angefangen. Zunächst wollten wir es mit den selbstgebackenen Kuchen nur sonntags wagen. Es lief sehr gut an. Deshalb haben wir jetzt noch den Stall hinzugenommen. Dort sind urige Toiletten entstanden – nicht ganz unwichtig (lacht) – die Keramik-Werkstatt, Bücherecke, alles gemütlich möbliert. Den BistroStall kann man übrigens mieten, mit und ohne Essen natürlich.

Das Haus hat eine lange Tradition. Wie lassen Sie diese noch aufleben?
Gebaut wurde es an sich um 1500 und noch was. Dann ist es aber abgebrannt. Nach dem Brand steht es jetzt wieder 175 Jahre. Das feiern wir auch dieses Jahr. Es war mal eine Gastwirtschaft. Viele, die die Kramserei heute besuchen und im Saal stehen, sagen immer: „Hier hab ich meine Frau oder meinen Mann kennen gelernt.“ Es war auch mal ein Kolonialwarenladen, zu DDR-Zeiten ein Konsum.

Mit unseren Veranstaltungen wie demnächst auch den Filmabenden wollen wir daran wieder anknüpfen. Ich möchte alte Filme zeigen, wie die Feuerzangenbowle zum Beispiel.

Kunst, Kultur, Kulinarik – die Kramserei verbindet vieles miteinander. Was wünschen Sie sich für die kommenden Jahre?
Zunächst einmal, dass es so gut weiterläuft wie bisher. Dann natürlich für meinen Mann und mich Gesundheit. Weiterhin interessierte nette Gäste. In Hamburg ist das nämlich alles anders. Da mussten wir uns ein Bein ausreißen, damit die Leute kommen. Hier werden wir wirklich verwöhnt. Es wäre toll, wenn noch jüngere Künstler sich hier einfinden, ein Gitarrist, eine Geigenspielerin, die dann schöne kleine Abendkonzerte geben. Das fände ich sehr schön.

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