Einwohnerversammlung : Eine neue Straße für Kummer

Udo Jauert ist genervt: Die Radweg-Brücken stehen seit mittlerweile sechs Jahren, aber den Radweg gibt es noch immer nicht.
Udo Jauert ist genervt: Die Radweg-Brücken stehen seit mittlerweile sechs Jahren, aber den Radweg gibt es noch immer nicht.

Krenzliner Straße soll 2017 ausgebaut werden – wenn Fördermittel fließen / Auch Anlieger müssen Teil der Kosten tragen

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26. November 2015, 00:34 Uhr

Das ist kein Pappenstiel: Wenn die Krenzliner Straße in Kummer 2017 ausgebaut wird, sind die Anlieger mit mehreren Tausend Euro dabei. Rund 4700 Euro hatte Jens Gröger, Fachbereichsleiter Tiefbau der Stadtverwaltung, in einer Überschlagsrechnung für ein 2000-Quadratmeter-Grundstück mit einem Haus mit zwei Vollgeschossen ermittelt. Allerdings relativierte er auf der Einwohnerversammlung am Dienstagabend: Bei vergleichbaren Baumaßnahmen in Ludwigslust ist der Beitragssatz gut dreimal so hoch. Denn für den Ausbau der Krenzliner Straße hat die Stadt beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Fördermittel beantragt, die den städtischen und den Anteil der Bürger reduzieren. „Das zeigt, dass nicht nur die Landwirtschaft von Dorferneuerung und Bodenordnungsverfahren profitiert“, betonte Ortsteilvorsteher Udo Jauert. „Für die Einwohner von Kommunen, die in diesem Förderprogramm sind, ist das ein gewaltiger Vorteil.“ Auch private Maßnahmen würden aus diesem Topf bezuschusst.

Die Krenzliner Straße soll auf einer Länge von 640 Metern ausgebaut werden. Nach einer Bürgerwerkstatt im Sommer ist auch klar wie: fünf Meter breite Fahrbahn aus Asphalt, 1,50 Meter Gehweg, keine Fahrbahneinengung. Und auch etwas Grün hatten sich die Anlieger gewünscht. „Bäume sind im Grünstreifen wegen der dort verlaufenden Gas- und Trinkwasserleitungen aber nicht möglich“, erklärte Jens Gröger. Stattdessen plant die Stadt nun zwei grüne Inseln am Gehweg, die durch Verschwenkung der Fahrbahn entstehen. „Dort könnten bodendeckende Rosen oder niedrige Hecken gepflanzt werden, ohne dass an den Grundstücksausfahrten eine Sichtbehinderung entsteht.“

Im Zuge des Bauvorhabens, für das die Gesamtkosten derzeit auf rund 760 000 Euro geschätzt werden, sollen Straßenlampen mit LED aufgestellt und der Regenwasserkanal erneuert werden. Bei einer Befahrung mit einer Kamera war Erschreckendes herausgekommen: Andere Versorgungsleitungen liegen im Kanal oder durchbohren ihn sogar. Das solle nun im Zuge der Bauarbeiten in Ordnung gebracht werden, so Jens Gröger. Geplant sind zudem Leerrohre, durch die später ohne großen Aufwand Glasfaserkabel für schnelles Internet verlegt werden könnte. Beim Ausbau der Landesstraße 07 im Vorjahr sei das nicht erfolgt, wie der Fachbereichsleiter auf Anfrage erklärte: „Wir haben dafür keinerlei Trasse zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist seit 2011 die einzige Straße in der Stadt, die ohne Leerrohr gebaut worden ist.“

Einen Schildbürgerstreich gilt es noch zu verhindern. Zwischen dem Projekt Krenzliner Straße und der neuen Landesstraße 07 würden rund zehn Meter Fahrbahn im alten Zustand bleiben. Diesen Abschnitt gleich mit ausbauen zu lassen, wäre technisch kein Problem. Doch die Anlieger müssten einen höheren Beitrag leisten, weil die Maßnahme nicht gefördert werden könnte, sagte Bürgermeister Reinhard Mach.

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